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Muhammad, der Gesandte Allahs, Friede sei auf ihm

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01/01/2009

 

 

 

 

Muhammad, der Gesandte Allahs, Friede sei auf ihm

 

 

محمد رسول الله صلى الله عليه وسلم

 

von

Abdul Rahman Al-Sheha

 

Zweite Ausgabe

 

 

 

Übersetzt von:

 

Ahmed Ateia

 

Revidiert und überarbeitet von:

 

Dr.Ghembaza Moulay Mohamed

Mikail Troppenz

David Mitterhuber

 

 

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Einleitung                                                                                 

1)     Wer ist der Gesandte Muhammad (r)?                              

-                 Seine Abstammung                                         

2)     Geburt und Aufwachsen des Propheten                             

3)     Die Beschreibung des Gesandten Allahs (e)

4)     Einige seiner Charaktereigenschaften und Wesensarten

5)      Einige seiner Anstandsregeln                                              

6)      Faire Aussagen                                                                    

7)      Seine Ehefrauen (r)                                                             

8)      Einige überlieferte Beweise über seine Botschaft und

sein Prophetentum (r)                                                            

-                 Aus dem edlen Qur'an

-                 Aus der reinen Sunna des Propheten (r)        

-                 Aus den vorigen Himmlischen Büchern         

9)      Verständliche Beweise für die Wahrhaftigkeit seiner (r)

Botschaft                                                                              

10)   Was das Bezeugnis erfordert, dass Muhammad (r) der Gesandte Allahs ist                                                           

11)   Schlusswort                                                                                  

 

 

 

 

 

 

 

   

Die Muslime sprechen bei der Erwähnung von Allah (I), dem Propheten Muhammad (r), allen anderen Propheten(u), den Engeln (u) und den rechtschaffenen Gefährten (y) des Propheten Muhammad besondere Segenswünsche. Diese stehen in diesem Buch auf arabisch hinter dem Namen und bedeuten folgendes: 

 

I                         ALLAH: Subhaanahu wa ta´ala.  Er ist frei von   Unvollkommenheit, der Allerhöchste.

r        der Prophet Muhammad: salla-llahu ´alaihi wa                salam. Allahs Lob und Frieden auf ihm.

u    bei  der Erwähnung aller Engel und Propheten: ´alaihi       salaam. Friede sei mit ihm.

t         Gefährte des Propheten Muhammad: radia-llahu              ´anhu. Allahs Wohlgefallen auf ihm.

y    Gefährten des Propheten Muhammad: radia-llahu            ´anhum Allahs Wohlgefallen auf ihnen

 

رب     (Rabb) Manche bevorzugen es, den Ausdruck „Rabb“ als „Herr“ zu übersetzen. Angesichts der Tatsache, dass es sich beim Letzteren um einen biblischen Ausdruck handelt, der sich angeblich auf den Diener Allahs, den Propheten Jesus, bezieht und da das Wort „Herr“, welches auf Meister, Führer, Besitzer oder Herrscher begrenzt ist, niemals den vollständigen Sinn des Ausdrucks „Rabb“ wiedergeben kann, wäre es vielleicht besser, das arabische Wort beizubehalten. Im anderen Sinne bedeutet der Ausdruck „Rabb“ nämlich auch: der Schöpfer, der Gestalter, der Ernährer, der Einzige, von Dem die Möglichkeit der Existenz aller Geschöpfe abhängt, und der Einzige, Der Leben gibt und den Tod veranlasst.

 

 

دين      (Diin) Das Wort, das als Religion übersetzt wird,  ist Diin, das im Arabischen gewöhnlich auf eine Lebensweise hinweist, welche sowohl das private als auch öffentliche Leben umfasst. Es beinhaltet alle Handlungen des Gottesdienstes, politische Verfahrensweisen und ein detailliertes Gesetz für das Verhalten. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

“Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen”

“Alles Lob gebührt Allah, wir loben Ihn, rufen Ihn um Hilfe und bitten Ihn um Vergebung. Wir suchen Zuflucht bei Ihm vor unserem eigenen Übel und vor unseren schlechten Taten. Wen Allah rechtleitet, der kann nicht von einem anderen irregeführt werden; und wen Allah irreführt, der kann nicht von einem anderen rechtgeleitet werden. Und ich bezeuge, dass niemand das Recht hat, angebetet zu werden, außer Allah, Der keinen Partner hat; und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist. Friede sei auf ihm und seiner Familie und seinenGefährten bis zum

 Jüngsten Tag”

 

Vorwort

Wenn wir über Muhammad, den Gesandten Allahs (r), sprechen, dann sprechen wir von der höchsten (großartigsten) Persönlichkeit, welche die alte und moderne Geschichte je kennen gelernt hat. Diese Aussage kommt nicht aus der Leere. Denn wer die Geschichte des Gesandten gelesen hat und dessen moralischen Eigenschaften erkennt und sich möglichst von seiner religiösen Zugehörigkeit und seinen persönlichen Vorstellungen befreit, wird  genau das bestätigen, was wir über ihn (r) behaupten. Und auch gerecht denkende Nichtmuslime haben dies bereits bezeugt. In der Zeitschrift „Licht des Islam“[1] hat Professor Hasan Aly (Möge Allah ihm gnädig sein) folgendes gesagt:

 "Einer meiner Freunde von den Brahmah sagte: ‘Ich betrachte den Gesandten (r) des Islam als den größten (bedeutendsten) und vollkommensten Mann der Welt.’" Darauf fragte ihn Prof. Hasan Aly, wodurch der Gesandte (r) des Islam der großartigste und vollkommenste Mann der Welt sei. Hierauf antwortete er: "Denn ich sehe an dem Gesandten des Islam andere Eigenschaften, vornehme Charaktereigen-schaften und viele andere Verhaltensweisen gleichzeitig, die ich bei keinem anderen Menschen der Weltgeschichte kennengelernt habe."

Er (r) war ein König, der mit den Ländern, die unter seiner Herrschaft waren, machte, was er wollte und trotzdem ein bescheidener Mensch. Er betrachtete es so, dass er nichts von all den Dingen besaß, sondern dass alles in Allahs Hand ist. Und man sah ihn in einem gewaltigen Reichtum, den die schönen Kamele beladen mit Schätzen, von überall her in seine Stadt brachten.  Trotzdem blieb er bescheiden, und selten wurde bei ihm zu Hause Essen gekocht; es kam sogar oft vor, dass er hungerte. Man sieht ihn als einen großartigen Führer, der seine Soldaten führte, die man an den Fingern abzählen konnte. Mit mangelhafter  Ausrüstung kämpften sie gegen Tausende von Feinden, welche über vollständige Kriegsausrüstungen verfügten, und sie schlugen sie trotz allem mit einem großartigen Sieg. Und wir sehen ihn, wie er den Frieden liebte. Er bevorzugte es, Friedensverträge mit den Feinden zu schließen und die Friedensbedingungen mit einem beruhigten Herzen und einer starker Persönlichkeit zu unterschreiben. Dabei standen Tausende von seinen Anhängern voller Mut und Eifer für diese Religion an seiner Seite und besaßen zugleich barmherzige und weiche Herzen. Man sieht, wie er sich mit der ganzen arabischen Halbinsel beschäftigte, und sich um seine Familienmitglieder, bestehend aus Frauen und Kindern, und ebenso um die armen und bedürftigen Muslime kümmerte. Er beschäftigte sich mit den Menschen, die ihren Schöpfer vergessen hatten und versuchte, sie auf den Weg der Rechtleitung zu bringen. Im Allgemeinen war er ein Mensch, der sich mit der ganzen Menschheit beschäftigte und trotzdem Allah diente und mit weitem Abstand von den weltlichen Dingen regelmäßig seine Gottesdienste verrichtete.

Er war im Diesseits anwesend und gleichzeitig nicht da, denn sein Herz hing nur an Allah. Er hat niemals Rache aus persönlichen Motiven genommen und stets Bittgebete für seine Feinde gesprochen, damit Allah sie rechtleiten möge. Er hat den Feinden Allahs, die Allah bekämpfen, nie vergeben. Und er warnte diejenigen, die den Weg Allahs verlassen hatten, rief sie zur Rechtleitung auf und versprach ihnen das Höllenfeuer und ihre Strafe. Ihn selbst sah man dagegen sehr jenseitsbezogen als einen Diener Gottes, der in der Nacht aufstand, Gottesdienste verrichtete und Allahs jederzeit gedachte. Er war auch wie ein tapferer Soldat, der mit dem Schwert für die Sache Allahs kämpfte. Und man sieht ihn in dem Moment, wo man sich vorstellt, dass er ein siegreicher Eroberer ist, als klugen Gesandten und sündlosen Propheten. Er lag auf einer Matte aus Palmenfasern, sein Kopfkissen war mit Heu gefüllt, obwohl wir von ihm denken, dass er der Sultan oder der König von Arabien ist; dabei jedoch war seine Familie sehr bescheiden, sogar bedürftig. All dies, obwohl der Reichtum aus jeder Ecke der Arabischen Halbinsel im Hof seiner Moschee lagerte.

Als seine Tochter Fatima einmal zu ihm kam und jammerte, dass ihr vom Wassertragen und von der Betätigung des Mühlsteins die Hände anschwollen, lehrte er sie die Lobpreisungen Allahs, welche ihr Erleichterung verschafften, obgleich er dabei war, Kriegsbeute an die Muslime zu verteilen, unter der sich auch Sklaven befanden.

Eines Tages kam sein Gefährte Umar Ibn Al-Chattab (t), schaute sich im Zimmer des Gesandten um und fand nur eine Matte aus Palmfasern, auf welcher der Gesandte lag; und  alles, was sich im Haus befand, war eine Saa` (ein altes Hohlmaß, das etwa 3 kg beträgt) Gerste und ein an einem Pfeil hängender Wasserbehälter (aus Schafsleder); das war alles, was der Gesandte besaß, als sich die Hälfte der Arabischen Halbinsel unter seiner Herrschaft befand. Als Umar dies sah, kamen ihm die Tränen. Da fragte ihn der Gesandte Allahs (r):

“Warum weinst du Umar?” Er sagte: “Wie kann ich nicht weinen, wo doch der Kaiser und Kisra das Leben und ihre Annehmlichkeiten genießen und der Gesandte Allahs (r) nur das besitzt, was ich sehe?" Dann sagte der Gesandte (r): “O Umar bist du nicht damit zufrieden, dass dies der Anteil des Kaisers und Kisras von den Gaben des Lebens ist und wir dafür das Jenseits nur für uns allein bekommen?”

 Und als der Gesandte sich mit seinen Streitkräften Makkah näherte, um die Stadt zu erobern, stand Abu Sufyan neben Al-Abbas, dem Onkel des Gesandten (r), und sie schauten den muslimischen Mudschahidien (Glaubenskämpfern) zu, wie sie mit ihren vielen Fahnen ´gen Makkah kamen. Damals hatte Abu Sufyan den Islam noch nicht angenommen; hier bewunderte er dies und bekam Angst, weil sie einer Flut glichen, die sich Makkah näherte. Da sagte er zu seinem Gefährten: “O Abbas, dein Neffe ist zu einem großartigen König geworden.” Darauf antwortete ihm Abbas wie folgt, weil er es aus der Sicht des Glaubens betrachtete: “Das hat nichts mit Königtum zu tun, das ist ein Prophetentum und eine Botschaft."

Eines Tages war ‘Adyy Al-Taaiy, Sohn des berühmten  Hatim Al- Dhaї´i, welcher für seine vorbildliche Großzügigkeit und Zuneigung zu den Bedürftigen bekannt war, in einer Sitzung bei dem Gesandten Allahs (r) zugegen, als er noch Christ war. Als er sah, wie die Gefährten dem Gesandten Ehre und Hochachtung erwiesen und jeder mit seinem Schwert ausgerüstet, bereit für die Verteidigung dastand, fing er an, sich darüber Gedanken zu machen, ob es sich nun um die Sache eines Propheten oder um die Sache eines Herrschers handelte. Und er fragte sich selbst: `Ist dieser (der Gesandte) ein König von den Königen oder ein Prophet von den Propheten Allahs?` Im selben Augenblick schritt eine sehr arme Frau aus Al-Madina auf den Gesandten Allahs (r) zu und sagte: “O Gesandter Allahs, ich möchte dir etwas Vertrauliches sagen.” Da sagte dieser (r): “Schau dir eine Ecke, die du willst aus, draußen in der Stadt Madina, wo ich dir zur Verfügung sein soll.” Dann stand er auf, ging mit ihr und erledigte ihr Anliegen. Als ´Adyy Al-Taaiy diese Bescheidenheit des Gesandten sah, der zwischen seinen Gefährten wie ein König wirkte, wurde die Dunkelheit des Zweifels hinweggefegt und die Wahrheit klar: und er war sich sicher, dass es sich um die Botschaft Allahs handelte. Darauf nahm er sein eigenes Kreuz ab und entschloß sich, mit den Gefährten des Propheten in das Licht des Islam zu gehen.

   Wir zitieren hier die Aussagen einiger Orientalisten[2] über den Propheten Muhammad (r). Wir als Muslime, die ohnehin an sein Prophetentum und seine Botschaft glauben, bräuchten sie nicht zu erwähnen, wir wurden aber aus zwei Gründen dazu veranlasst:

   1- Erster Grund: Wir zitieren die Aussagen der Orientalisten, damit die Muslime, die den Islam nur dem Namen nach kennen, dazu bewegt werden, dieses Buch zu lesen. Damit sie kennen lernen, was Nichtmuslime über den Propheten Muhammad sagen und schreiben; über den Menschen, den sie sich als Vorbild nehmen und dem sie folgen sollten, es aber bislang unterlassen haben. Und wir hoffen, dass dieses Buch jenen Muslimen die Rückkehr zu ihrer Religion leicht macht.

   2- Zweiter Grund: Wir zitieren die Aussagen der Orienta-listen, damit Nichtmuslime mehr über diesen Propheten und die Wahrheit lesen und kennen lernen; und zwar aus den Mündern ihrer Glaubensbrüder, deren Sprache sie sprechen. Wir hoffen, dass sie die Rechtleitung zum Islam erhalten und sich ernsthaft bemühen, diese großartige Religion kennen zu lernen. Und meine Bitte an diese Menschen ist, dass sie nicht mit dem Verstand anderer denken mögen, sondern ihren eigenen Verstand dazu benutzen und sich von ihren religiösen Empfindungen und gedanklichen Vorurteilen möglichst befreien, damit sie auf die Art und Weise derjenigen lesen können, die das Rechte erkennen und erreichen wollen.

 

 

 

 

 

Geschrieben von:

Abdur Rahman Al-Sheha

Box. 59565 - Ar-Riyadh 11535

E-Mail:           alsheha2@gmail.com

www.islamland.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer ist der Gesandte Muhammad (r)?

- Seine Abstammung:

Er ist Abul-Qasim (Vater von Qasim = arabischer Beiname) Muhammad, Sohn von Abdullah Ibn Abd Al-Muttalib Ibn Haschim, der zum arabischen Stamm der Quraiš gehörte und dessen Abstammung bis zu Kedar (arab. Adnan), dem Sohn Ismaels, dem Sohn des Propheten Abraham zurückreicht. Muhammads Mutter ist Ãmina Bint Wahb (Tochter von Wahb), deren Genealogie ebenfalls bis zu Adnan, dem Sohn Ismaels, reicht. Der Prophet (r) sagt diesbezüglich:

“Allah hat Kinana unter den Kindern Ismaels ausgezeichnet, Quraiš unter den Kindern Kinana, unter Quraiš Bani Haschim und dann hat er mich unter den Kindern von Bani Haschim ausgezeichnet.”                                                                              (Sahih Muslim, Hadith Nr.2276)

Durch diese Genealogie ist er der beste der Erdbewohner und von edelster Abstammung. Dies haben auch seine Feinde bestätigt. Beispielsweise war Abu Sufyan einer derer, die dem Gesandten besonders feindlich gesonnen waren. Er wurde zum Kaiser (Heraklios) von Rom gerufen, als er noch Götzendiener (Muschrik) war. Der Kaiser befragte ihn über die Abstammung des Gesandten (r).

„Abu Sufyan sagte: Er (Muhammad (r)) ist unter uns von edler Abstammung. Der Kaiser (Heraklios) sagte: Genauso sind die Gesandten. Diese werden gewöhnlich aus den edlen Völkern auserwählt.”                                                                                    (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2782)

Von Abdullah Ibn Abbas (Allahs Wohlgefallen auf ihnen beiden) wird berichtet, dass der Gesandte Allahs (r) an den Kaiser schrieb, um ihn zum Islam aufzurufen. Abu Sufyan berichtete: “Während ich mich auf dem Gebiet von Syrien aufhielt, kam ein Bote mit einem Schreiben vom Propheten (r), das an den Kaiser Heraklios gerichtet war. Als der Kaiser Heraklios im Kampf gegen die Perser den Sieg errungen hatte, war er Allah so dankbar, dass er zu Fuß von Hims (Syrien) nach Iliaa gegangen ist. Es handelte sich um das Schreiben, das Duhayy Al-Kalbyy zum Gouverneur von Busra trug, der es wiederum an den Kaiser Heraklios weiterbringen ließ.

 

Als das Schreiben des Gesandten Allahs (r) beim Kaiser Heraklios eintraf, fragte der Kaiser Heraklios, nachdem er das Schreiben gelesen hatte: «Gibt es in dieser Gegend jemanden, der zu den Leuten dieses Mannes (Muhammad (r)) gehört, der behauptet, er sei ein Prophet?» Die Leute sagten:  «Ja!» Daraufhin wurde ich mit einigen Leuten aus dem Stamm Quraiš gerufen; anschließend traten wir beim Kaiser Heraklios ein. Er ließ uns vor sich sitzen und sagte zu uns: «Wer von euch steht in der verwandtschaftlichen Linie diesem Mann am nächsten, der behauptet, ein Prophet zu sein?» Ich sagte: “Ich!” Da ließen sie mich vor ihm sitzen und meine Begleiter hinter mir. Er ließ seinen Dolmetscher zu sich kommen und sagte zu ihm: «Sage ihnen, dass ich ihm Fragen über diesen Mann stellen will, der behauptet, ein Prophet zu sein. Wenn er mir nicht die Wahrheit sagt, so handelt es sich um eine Lüge! Ich schwöre bei Allah, hätte ich nicht befürchtet, dass mich die Menschen (, die die Ehrlichkeit Muhammads kennen,) der Lüge bezichtigen würden, so hätte ich bestimmt gelogen.

 

 Der Kaiser Heraklios sagte zu seinem Dolmetscher: «Frage ihn: Wie ist seine Abstammung unter euch?» Ich antwortete: «Er (Muhammad) ist unter uns von edler Abstammung.» Der Kaiser Heraklios fragte: «War einer seiner Vorväter ein König?» Ich sagte: «Nein!» Der Kaiser Heraklios fragte weiter: «Habt ihr ihn der Lüge bezichtigt, bevor er das sagte, was er verkündet hat?» Ich sagte: «Nein!» Der Kaiser Heraklios fragte: «Folgt ihm die Elite der Menschen oder folgen ihm die Schwachen?» Ich sagte: «Ihm folgen doch die Schwachen!» Der Kaiser Heraklios fragte: «Nimmt deren Zahl zu oder ab?» Ich sagte: «Nein! Sie nimmt doch ständig zu.» Der Kaiser Heraklios fragte: «Trat einer von ihnen von seinem Glauben zurück, nachdem er diesen angenommen hatte, auf Grund der Unzufriedenheit mit ihm?» Ich sagte: «Nein!» Der Kaiser Heraklios fragte: «Habt ihr ihn bekämpft und hat er euch bekämpft?» Ich sagte: «Ja!» Der Kaiser Heraklios fragte: «Wie war sein Kampf gegen euch und euer Kampf gegen ihn?» Ich sagte: «Der Kampferfolg war wechselhaft: Wir gewannen eine Runde, und die andere gewann er.» Der Kaiser Heraklios fragte: «Bricht er seine Abmachung mit euch?» Ich sagte: «Nein! Wir wissen aber nicht, was er zurzeit macht.» Ich schwöre bei Allah, dass ich kein Wort mehr hinzufügen konnte als dieses. Der Kaiser Heraklios fragte: «Hat jemand vor ihm eine solche Behauptung gemacht? Ich sagte: «Nein!»

 

Der Kaiser Heraklios fragte: «Was befiehlt er euch?» Ich sagte zu ihm: «Er ruft uns dazu auf,  nur dem Einzigen Gott Allah zu dienen und Ihm nichts beizugesellen, und er verbietet uns, das anzubeten, was unsere Vorfahren angebetet haben; er befiehlt uns, das Gebet zu verrichten, Zakah (Sadaqa =Almosen) zu entrichten, die Keuschheit (Enthaltsamkeit), das Pflegen der Verwandtschaftsbande, das Erfüllen von gegebenen Versprechungen und das Aushändigen des Treuhandguts.»

 

Nachdem ich dies gesagt hatte, wandte sich der Kaiser Heraklios seinem Dolmetscher zu und sagte: «Sage ihm: «Ich habe dich über seine Abstammung unter euch gefragt, und du gabst an, dass er unter euch von edler Abstammung ist. Genauso sind die Gesandten: Diese werden gewöhnlich aus den edlen Völkern auserwählt. Ich fragte dich auch, ob es unter seinen Vorvätern einen König gab, und du hast dies verneint. Wäre unter seinen Vorvätern ein König gewesen, so würde ich annehmen, dass er ein Mann wäre, der für die Rückgewinnung des Königreiches seiner Vorväter kämpfen wolle. Ich fragte dich nach seinen Anhängern, ob sie die Elite oder die Schwachen sind, und du sagtest, dass ihm die Schwachen folgen. Diese sind doch stets die Anhänger der Gesandten. Ich fragte dich, ob ihr ihn der Lüge bezichtigt habt, bevor er sagte, was er behauptete, und du hast dies verneint. Ich hielt es nicht für möglich, dass er die Lüge vor den Menschen unterlässt, um eine Lüge gegen Allah zu erdichten. Ich fragte dich, ob jemand von seinen Anhängern von seinem Glauben zurücktrat, nachdem er diesen angenommen hatte, weil er mit ihm nicht zufrieden war, und du hast dies auch verneint. Dies ist doch üblich für den Glauben, wenn er sich mit der Herzensfreude eines Menschen einnistet. Ich fragte dich, ob die Zahl seiner Anhänger zunimmt oder abnimmt, und du gabst an, dass diese zunimmt. Dies ist doch der Fall beim Glauben; denn dieser nimmt ständig zu, bis er sein Ziel erreicht. Ich fragte dich ferner, ob ihr ihn bekämpft habt, und du gabst an, dass der Kampf zwischen euch wechselhaft war und dass ihr eine Runde gewonnen habt, und die andere gewann er. Genau dies ist der Fall bei den Gesandten: Sie werden zunächst geprüft; das Endziel aber ist auf ihrer Seite. Ich fragte dich, ob er seine Abmachung mit euch bricht, und du gabst an, dass er dies nicht tue. Es ist genauso mit den Gesandten: Sie brechen ihre Abmachung nicht. Ich fragte dich, ob jemand vor ihm eine solche Behauptung machte, und du hast dies verneint. Ich sagte zu mir: ´Hätte es vor ihm einen gegeben, der so etwas behauptet hätte, so hätte ich angenommen, dass er es ihm nachmacht!´» Der Kaiser Heraklios sagte: «Wenn das, was du über ihn sagst, die Wahrheit ist, so ist er ein Prophet. Ich wusste schon vorher, dass noch ein Prophet kommt, nahm aber nicht an, dass er von euch hervorgeht. Wenn ich wüsste, dass ich ihm Folge leisten könnte, so würde ich mich gern auf den langen Weg zu ihm machen. Wenn ich mich bei ihm befände, so würde ich seine Füße waschen. Wahrlich, sein Machtbereich wird den Boden erreichen, den ich hier unter meinen Füssen habe.» Danach ließ er das Schreiben des Gesandten Allahs (r) vorbringen und verlesen. Darin stand folgendes:

 

“Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen! Dieses Schreiben ist von Muhammad, dem Gesandten Allahs, an Heraklios, Herrscher des (Ost-)römischen Imperiums! Der Friede sei auf demjenigen, der der Rechtleitung folgt. Sodann: Ich rufe dich auf, den Weg des Islam zu befolgen. Werde Muslim, so rettest du dich, und wenn du Muslim geworden bist, so wird Allah deinen Lohn verdoppeln. Wendest du dich aber davon ab, so trägst du die Sünde doppelt. Sowohl wegen deiner Führerschaft, als auch wegen deiner Untergebenen.”                                                               (Es folgte dann im Schreiben ein Zitat aus den Qur`an)

 

(Sag: O Leute der Schrift, kommt her zu einem zwischen uns und euch gleichen Wort: dass wir niemandem dienen, außer Allah und Ihm nichts beigesellen und sich nicht die einen von uns die anderen zu Herren außer Allah nehmen. Doch wenn sie sich abkehren, dann sagt: Bezeugt, dass wir (Allah) ergeben (Muslime) sind.)   (Qur´an 3:64)

 

Als die Verlesung des Schreibens zu Ende ging, wurden Stimmen laut, und es gab viel Gerede. Da wurde der Befehl erteilt, dass wir hinausgehen sollten. Als wir draußen waren, sagte ich zu meinen Gefährten: «Es scheint mir, dass die Sache soweit geht, dass der König der Byzantiner Furcht davor empfindet.» Ich war davon überzeugt, dass die Sache mit dem Gesandten Allahs (r) doch eines Tages durchkommt, bis Allah mir den Islam in mein Herz eingab.”                                                                                          (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2782)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geburt und Aufwachsen des Propheten (r)

 

 

Er wurde im Jahre 571 n. Chr. in der Stadt Mekka geboren, welche als religiöses Zentrum der arabischen Halbinsel galt. Denn in Mekka befindet sich das Heiligtum (die Kaaba), das Abraham und sein Sohn Ismael (Allahs Friede auf ihnen beiden) gebaut hatten. Die Araber pflegten zur Kaaba zu pilgern und sie zu umrunden. Sein Vater verstarb vor seiner Geburt und ein paar Jahre darauf starb seine Mutter. So lebte er als Waise unter der Obhut seines Großvaters Abdul Muttalib. Nachdem auch sein Großvater gestorben war, übernahm sein Onkel Abu Talib seine Obhut. Sein Stamm und die anderen Stämme um sie herum beteten Götzen aus Holz, Stein oder Gold an, die um die Kaaba herum aufgestellt waren. Und sie glaubten, dass diese Götzen ihnen nutzen oder auch schaden konnten.

 

Muhammad (r) führte ein ehrliches Leben. Keine Lügen, keinen Betrug, keine Untreue hat man je von ihm berichtet, sondern er war unter den Menschen mit dem Zunamen Al-Amin (der Treue, Ehrliche) bekannt. Die Mekkaner pflegten ihre Waren und Güter bei ihm zu hinterlassen und anzuvertrauen, wenn sie auf Reisen gingen. Er war unter ihnen als der wahrhaftige Mann bekannt. Er hat sein Leben in bester moralischer Verhaltensweise geführt, die sich durch gutes Sprechen und gutes Tun, durch wahres und begabtes Reden, durch Liebe zu den Menschen ausgewiesen hat. Er war so gutaussehend, dass das Auge nicht genug davon bekam, ihn anzuschauen. Er verfügte über ein schönes Aussehen und einen schönen Charakter, mit allem, was diese Worte an Be-deutungen in sich verbergen. So sagt Allah (I) der Erhabene über ihn:

(Und du bist wahrlich von großartiger Wesensart.)                                                                                 (Qur´an 68:4)

In seinem Buch “Die Helden” schrieb Theodor Carlyle[3] über den Propheten (r): "Man hat an Muhammad (r) von seiner Kindheit an beobachten können, dass er ein denkender Junge war. Und seine Gefährten nannten ihn Al-Amin (der Treue, der Ehrliche). Die Ehrlichkeit spiegelte sich in seinen Taten, Aussagen und Gedanken wieder. Seine Gefährten haben bemerkt, dass in den Worten Muhammads (r) eine wirkungsvolle Weisheit steckte, wenn er redete. Er war ein Mensch, der sehr wenig redete, wenn es keinen Grund zum Reden gab. Doch wenn er redete, dann handelte es sich nur um sehr vernünftiges Gerede."

Sein ganzes Leben hindurch sehen wir ihn als einen Mann mit festen Prinzipien, strenger Entschlossenheit (festem Willen), Weitsichtigkeit, Großzügigkeit, Wohltätigkeit und jemanden, der erbarmungsvoll (gnädig), fromm (gottesfürchtig), unabhängig, freundlich und sehr ernst ist. Und dazu ist er ein sehr bescheidener, milder und humorvoller Mensch. Im Allgemeinen hat sein Gesicht ein wunderschönes, aus dem ehrlichen Herzen kommendes, strahlendes Lächeln gezeigt. Er war scharfsinnig (klug) mit einem anständigen Herzen und einer großartigen natürlichen Veranlagung. Er wurde in keiner Schule ausgebildet, und es hat ihn kein Lehrer erzogen; denn er hat dies nicht benötigt. Und er erledigte seine ihm aufgetragene Aufgabe in diesem Leben allein, inmitten der Wüste. Er war gern allein, deshalb hielt er (r) sich die langen Nächte hindurch allein in Ghar Hira’a (der Höhle Hira’a) auf und entfernte sich von den Dingen, die sein Volk gewöhnlich machte: wie Alkohol trinken, sich vor Götzenfiguren niederwerfen, für sie opfern oder in ihrem Namen schwören. Er hütete für sein Volk Schafe. Der Gesandte Allahs (r) sagte:

“Allah entsandte keinen Propheten, der nicht Schafe gehütet hätte.” Die Gefährten des Propheten fragten: “Du auch?” Und er antwortete: “Ja! Ich hütete sie gewöhnlich gegen Lohn für die Leute von Makkah.”                                                                                   (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2143)

Allah sandte ihm die erste Offenbarung (Wahi) im Alter von 40 Jahren vom Himmel herab, als er in der Höhle Hira’a betete. Von ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen, wird berichtet:

“Das erste, mit dem der Gesandte Allahs (r), die Offenbarung begann, war das wahrhaftige Traumgesicht während des Schlafes; er hatte keinen Traum gesehen, der sich nicht wie das Morgenlicht bewahrheitet hat. Danach wurde ihm (von Allah) die Einsamkeit lieb gemacht. Dazu wählte er die Berghöhle Hirā, in die er sich gewöhnlich für mehrere Nächte zurückzog und in der er Allahs Nähe suchte – eine Art Gottesverehrung. Anschließend begab er sich zu seiner Familie und kümmerte sich um die Versorgung für die nächste Runde; er kehrte dann abermals zu Chadīğa zurück, um abermals eine ähnliche Versorgung vorzubereiten. (Und dies ging so weiter,) bis die Wahrheit zu ihm kam, während er sich in der Berghöhle von Hirā aufhielt: Dort kam der Engel zu ihm und sagte: „Lies!“ Darauf sagte er: „Ich kann nicht lesen.“ (Der Prophet (r) berichtete davon, indem) er sagte: „Da ergriff er mich und drückte mich bis zu meiner Erschöpfung, ließ mich dann los und sagte erneut: „Lies!“ Ich sagte (wieder): „Ich kann nicht lesen.“ Da ergriff er mich und drückte mich zum zweiten Male bis zur Erschöpfung, ließ mich dann los und sagte: „Lies!“ Ich sagte: „Ich kann nicht lesen.“ Dann ergriff er mich und drückte mich zum dritten Male, alsdann ließ er mich los und sagte:

“Lies im Namen deines Herrn (رب (Rabb), Der erschaffen hat, den Menschen erschaffen hat aus einem Anhängsel (Gerinnsel). Lies und dein Herr ist der Edelste (Allgütige).

Mit diesem (Vers) kehrte der Gesandte Allahs (r), mit einem bebenden Herzen zurück. Dann trat er bei (seiner Frau) Chadīğa Bint Huwailid (Allah Wohlgefallen auf ihr), ein und sagte: „Hüllt mich ein (Zammilouni)! Hüllt mich ein!“ Sie hüllten ihn ein, bis die Furcht von ihm abließ. Hierauf erzählte und berichtete er Chadīğa von dem Ereignis: „Ich bangte um mein Leben.“ Darauf sagte Chadīğa: „Niemals wirst du bei Allah eine Schande erleben; denn du bist wahrlich derjenige, der die Verwandtschaftsbande pflegt, dem Schwachen hilft, dem Mittellosen gibt, den Gast freundlich aufnimmt und dem Notleidenden unter die Arme greift.“ Chadīğa verließ dann mit ihm das Haus und ging zu dem Sohn ihres Onkels, Waraqa Ibn Naifal Ibn Asad Ibn Abdul-l-Uzza, der in der Ğāhiliyya zum Christentum übergetreten war; er beherrschte die hebräische Sprache und pflegte – solange es Allah wollte - in hebräischer Sprache aus dem Evangelium abzuschreiben; er war ein Greis, der später erblindet ist. Chadīğa sagte zu ihm: „O Sohn meines Onkels, höre von dem Sohn deines Bruders, was er sagt!“ Waraqa sagte dann zu ihm: „O Sohn meines Bruders, was bringst du mit?“  Hier berichtete ihm der Gesandte Allahs (r), was er gesehen hatte. Da sagte Waraqa zu ihm: „Das ist die Botschaft, wie sie Allah auch Mūsā (Mose) offenbarte. Ich wünsche mir, ich wäre jung genug, um solange am Leben zu bleiben, um zu erleben, wenn dich deine Leute vertreiben!“ Darauf sagte der Gesandte Allahs (r): „Werden sie mich wirklich vertreiben?“ Waraqa erwiderte: „Ja! Kein Mensch war mit Ähnlichem gekommen, wie du es gebracht hast, ohne dass er angefeindet wurde. Wenn ich an diesem deinem Tag noch am Leben bin, werde ich dich mit aller Kraft unterstützen.“ Es dauerte aber nicht mehr lange, da starb Waraqa, und der Empfang von weiteren Offenbarungen erlebte für eine Weile einen Stillstand.”    (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.3)

Damit war diese Sura der Anfang der Zeichen seines Prophetentums. Danach offenbarte Allah (I) folgende Worte:

(O du Zugedeckter, stehe auf und warne; und deinen Herrn (رب (Rabb), Den preise als den Größten, und deine Gewänder, die reinige, und die (Unreinheit des) Götzen(dienstes), die meide.)                                                                              (Qur´an 74:1-5)

Nach dieser Sura begann die Botschaft und der Aufruf zum Islam; denn nach der Offenbarung dieser Verse begann der Prophet, sein Volk, also die Bewohner von Mekka, öffentlich zum Islam einzuladen.

Dabei traf er auf Hartnäckigkeit seitens der Menschen. Sie lehnten seinen Aufruf ab, denn der Aufruf befremdete sie. Diese Botschaft umfasst nämlich nahezu alle  Lebensbereiche, ob religiös, politisch, wirtschaftlich oder gesellschaftlich, und sie beschränkt sich nicht nur auf den Monotheismus, der die Einzigartigkeit Allahs betont, sowie die Notwendigkeit Allah zu gehorchen und Ihn anzubeten. Sie gebot, neben Allah keine andere Götter bzw. Götzen anzubeten. Desweiteren verbot der Islam ihnen die Quellen ihrer Reichtümer und den Genuss des Heidentums (Ğahiliyya), indem er den Wucher, Zins, Unzucht, Glücksspiel und den Genuss von alkoholischen Getränken verboten hat, und er beraubte sie des Stolzes auf ihre Vorfahren. Er rief sie zur Gerechtigkeit zwischen allen Menschen auf - ohne Unterschied, außer in der Gottesfurcht. Und wie konnte der Stamm Quraiš sich damit zufrieden geben?! Wo sie doch die Herren der Araber waren! Wie konnte es zwischen ihnen und den Sklaven keinen Unterschied geben? Es blieb nicht dabei, dass sie seinen Aufruf ablehnten, sondern sie beschimpften, beleidigten und verfluchten ihn. Sie machten ihm die verschiedensten Vorwürfe und bezichtigten ihn der Lüge, des Wahnsinns und der Zauberei. Sie gingen sogar so weit, dass sie ihm körperlichen Schaden zufügten.  Von Abdullah Ibn Masud (t) wird berichtet:

“Als der Gesandte Allahs (e) bei der Kaaba betete, saß eine Gruppe vom Stamm Quraiš dort. Einer von ihnen sagte: „Kann jemand den dreckigen, blutigen und verschmutzten Darm eines Kamels besorgen, damit wir ihn ihm (dem Propheten) zwischen seine Schultern legen, wenn er völlig erschöpft ist?“ Ein Elender unter ihnen stand auf und bot an, das zu tun. Nachdem er es getan hatte, genossen sie alle den lächerlichen Anblick und lachten bis zum Umfallen. Jemand ging zu Fatimah (Allahs Wohlgefallen auf ihr), die damals noch ein kleines Mädchen war. Fatimah kam ihrem Vater hastig zur Hilfe, welcher sich noch immer in der gleichen Gebetsposition befand. Fatimah entfernte den dreckigen Kameldarm vom Rücken ihres Vaters, drehte sich um zu den Quraišiten, schrie sie an und verfluchte sie.”                                                                    (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.498)

   Und von Munieb Al-Azdi wird berichtet:

“Ich habe den Gesandten Allahs (e) in der vorislamischen Zeit der Unwissenheit (Ğahiliyya) sagen hören: "O ihr Menschen sagt: La Ilaha Illa Allah (Es gibt keinen Gott außer Allah), so werdet ihr Erfolg haben.” Manche spuckten in sein Gesicht, manche bewarfen ihn mit Staub, und manche verfluchten ihn bis zur Mittagzeit. Dann kam eine Sklavin (Jariah) mit einem großem Krug (Ba’as), der mit Wasser gefüllt war, und der Gesandte wusch sich sein Gesicht und seine Hände und sagte: “O Mädchen, habe keine Angst um deinen Vater. Weder Demütigung noch Armut wird ihn erfassen.”                                                             (Al-Mugam al-Kabeer, Hadith Nr.805)

Von Urwa Ibn Al-Zubair wird berichtet: "Ich fragte Abdullah Ibn Amr Ibn Al-As darüber, was das schlimmste war, was die Götzendiener mit dem Gesandten Allahs (e) gemacht haben. Er sagte:

“Uqbah Ibn Abi Muait kam gerade, als der Gesandte Allahs (e) bei der Kaaba betete, schlang sein Kleid um den Hals des Propheten und versuchte ihn zu erwürgen. Abu Bakr (t) kam dahergeeilt, stieß ihn vom Gesandten Allahs (e) weg und sagte: “Warum wollt ihr einen Mann töten, dessen einzige Sünde es ist, dass er sagt: ‘Mein Herr (رب (Rabb) ist Allah’? Obwohl er euch auch klare Beweise von eurem Herrn gebracht hat?”                                                                              (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.3643)

Dies alles hat den Gesandten Allahs (e) nicht davon abhalten können, seinen Aufruf fortzusetzen. Er wandte sich mit seiner Botschaft an die Stämme, die nach Makkah kamen, um die Pilgerfahrt zu verrichten. Eine kleine Gruppe von diesen glaubte an seine Botschaft und folgte seinem Aufruf. Sie traten zum Islam über. Die aus der Stadt Yathreb (jetziges Al-Madina) kommenden versprachen ihm ihre Hilfe und ihre Unterstützung, wenn er zu ihnen nach Yathreb kommen sollte.

 

 So schickte er Mus’ab ibn Omair (einen seiner Gefährten) mit nach Yathreb, um sie in der islamischen Lehre zu unterweisen. Nach der Unterdrückung und dem Schaden, welche er und seine Gefährten durch ihr Volk erlitten hatten, gab Allah, Der Erhabene, ihnen die Erlaubnis zur Auswanderung (Hidschrah) nach Al-Madina. Er und seine Gefährten wurden von den Bewohnern Al-Madinas mit einem sehr schönen Empfang begrüßt. Damit wurde dieser Ort zum Ausgangspunkt für seinen Aufruf (Dawa) und die Hauptstadt des islamischen Staates. Der Gesandte Allahs (e) ließ sich dort nieder und begann, den Menschen die Qur´an-Rezitation beizubringen und lehrte sie die islamischen Anordnungen der Schari'a. Die Bewohner Al-Madinas waren von den vornehmen und moralischen Charaktereigenschaften des Gesandten Allahs (e) beeindruckt; sie schätzten ihn sehr hoch und liebten ihn sogar mehr als sich selbst. Sie begaben sich mit Eifer in den Dienst des Gesandten und gaben ihm ihr Teuerstes. Von da an lebten sie in einer gläubigen und seelisch gesunden Gesellschaft, voller Zufriedenheit und Fröhlichkeit. Als Merkmale dieser Gesellschaft waren die feste und tiefste Zuneigung, Brüderlichkeit und Liebe zwischen den Muslimen zu erken-nen. Die Mitglieder dieser Gesellschaft mit ihren Reichen, Armen, Edlen, Einfachen, Schwarzen, Weißen, Arabern und Nichtarabern wurden durch diese Religion alle gleich angesehen. Es gab zwischen ihnen keine Unterschiede, außer in der Gottesfurcht der Einzelnen. Ein Jahr nach der Ansiedlung des Gesandten in Al-Madina, begannen die Zusammenstöße mit den Quraiš aus seinem Volk, die es nicht mit ansehen konnten, wie der Aufruf zum Islam immer kräftiger wurde. 

 

Deshalb fand der erste Kampf in der islamischen Geschichte (Schlacht von Badr) zwischen zwei äußerst verschiedenen Gegnern statt. Dieser Unterschied erstreckte sich sowohl auf die Anzahl als auch auf die Ausrüstung der Kämpfer, denn die Muslime zählten 314 Männer, während ihnen 1000 Kämpfer der Ungläubigen gegenüberstanden. Aber durch die Unterstützung Allahs (I) wurden der Gesandten und seine Gefährten sie zum Sieger dieses Kampfes. Diesem folgten noch andere Kämpfe zwischen den Muslimen und den Ungläubigen; und nach 8 Jahren gelang es dem Gesandten mit Allahs Willen und einer Streitmacht aus 10.000 Kämpfern, die Stadt Makkah zu erobern. Sie besiegten seinen Stamm und all jene Menschen, die den Muslimen so großen Schaden zugefügt hatten: sie hatten sie gefoltert, und sie hatten sie soweit getrieben, dass sie ihre Heimat, ihre Kinder und ihr Vermögen zurücklassen mussten. Der Sieg war großartig und deshalb wurde dieses Jahr als das Jahr des Sieges (Al-Fath) bezeichnet. Allah (I) sagt:

(Wenn Allahs Hilfe kommt und der Sieg und du die Menschen in Allahs Religion in Scharen eintreten siehst, dann lobpreise deinen Herrn (رب (Rabb) und bitte Ihn um Vergebung; gewiss, Er ist Reue-Annehmend.)        (Qur´an 110:1-3)

Dann veranlasste der Gesandte Allahs (e), dass sich die Bewohner von Makkah versammelten und sprach zu ihnen:

“Was denkt ihr, was ich mit euch machen werde?” Sie antworteten: “Gutes! Du bist ein großzügiger Bruder und Sohn eines großzügigen Bruders.” Dann entgegnete der Gesandte Allahs (e): “Geht, ihr seid frei.”                                                                                      (SunanAl-Baihaqii,Hadith Nr.18055)

Dieses großzügige Verhalten war ein Grund dafür, dass viele Bewohner von Makkah den Islam als Religion annahmen. Danach kehrte der Gesandte Allahs (e) nach Al-Madina zurück und nach einiger Zeit machte er sich mit 114.000 Gefährten, die ihm folgten, auf den Weg nach Mekka, um die Pilger-Riten zu verrichten. Diese Pilgerfahrt ist als Abschieds-Pilgerfahrt bekannt, weil sie die letzte war, die der Gesandte Allahs (e) durchgeführt hatte.

 

Während seiner Abschiedswallfahrt, im Dhu'l-Hiddscha des Jahres 10 nach der Hidschra (632 n. Chr.), richtete der Prophet Muhammad (Allahs Heil und Frieden auf ihm) wiederholt Worte an seine Gefährten, die in ihrer Gesamtheit als „Abschiedspredigt“ überliefert werden. Folgendes ist eine Zusammenstellung der bekanntesten Stellen aus dieser Predigt:

„Hier bin ich, o Allah, hier bin ich. Hier bin ich, Du hast keinen Mitgott, hier bin ich. Wahrlich, alles Lob und alle Huld sind Dein und alle Herrschaft, Du hast keinen Mitgott.

 

Alles Lob gebührt Allah, Ihn loben wir, und bei Ihm suchen wir Beistand. Ihn bitten wir um Verzeihung, und zu Ihm kehren wir reumutig um. Bei Ihm nehmen wir Zuflucht vor unserem eigenen Übel und vor dem Schlechten unserer Taten. Wen Allah rechtleitet, für den gibt es keinen, der ihn fehlgehen lässt, und wen Allah fehlgehen lässt, so gibt es für ihn keinen Rechtleitenden. Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, Er ist Einzig, und Er hat keinen Mitgott. Sein ist die Herrschaft und Sein ist das Lob. Er gibt Leben und Er lässt sterben, und Er hat Macht über alle Dinge. Es gibt keinen Gott außer Allah, Er ist Einzig. Er hat Sein Versprechen erfüllt und Seinem Diener zum Sieg verholfen, und Er allein hat die Scharen der Feinde zunichte gemacht.

 

   Ihr Menschen! Hört meine Worte, denn ich weiß nicht, ob ich nach diesem Jahr noch einmal an diesem Ort mit euch zusammentreffen werde.   Fürwahr, euer Herr ist ein Einziger, und ihr stammt alle von einem Urvater ab. Ein Araber hat keinen Vorzug vor einem Nichtaraber, und ein Nichtaraber hat keinen Vorzug vor einem Araber, noch ist ein Weißer besser als ein Schwarzer oder ein Schwarzer besser als ein Weißer, außer durch seine Gottesfurcht.

 

   Ihr Menschen! Wahrlich, euer Blut und euer Eigentum sind unverletzlich bis ihr eurem Herrn begegnet, so, wie dieser Tag und dieser Monat unverletzlich sind. Bald schon werdet ihr vor euren Herrn treten und nach euren Taten befragt. Wem also ein Gut anvertraut wurde, der gebe es dem zurück, der es ihm anvertraut hat. Und jeglicher Zins ist aufgehoben – nur eure Grundkapitalien stehen euch zu; handelt nicht unrecht, und ihr werdet nicht unrecht behandelt.

 

 Alle Bräuche aus den Tagen der Unwissenheit sind unter meinen Füßen abgeschafft. Abgeschafft ist auch jegliche Blutschuld aus der Zeit der Unwissenheit. Die erste Blutschuld, die ich erlasse, ist die gegenüber (unserem Angehörigen) ’Amir ibn Rabi’a ibn al-Harith, welcher beim Stamm Sa’d aufwuchs und durch die Hudhail getötet wurde. Ebenso ist jeder Zins aus der Zeit der Unwissenheit abgeschafft. So ist der erste Zinsbetrag, den ich erlasse, der, welcher (meinem Onkel) ’Abbas ibn ’Abd al-Muttalib zustand, dadurch ist nun jeder Zins aufgehoben.

 

 Hört auf meinen Rat und behandelt die Frauen gut, denn sie sind an euch gebunden und vermögen nichts für sich selbst (d.h. brauchen euch). Allah hat sie euch ja anvertraut, und mit ihnen zu verkehren wurde euch durch die Worte Allahs erlaubt. Begreift also meine Worte, o ihr Menschen, denn ich habe es euch bereits verkündet. Ihr habt gewisse Rechte gegenüber euren Frauen, und eure Frauen haben gewisse Rechte euch gegenüber. Euer Recht ihnen gegenüber ist, dass sie niemandem erlauben, auf eurem Lager zu sitzen und niemanden eure Häuser betreten lassen, den ihr nicht mِögt. Und ihr Recht euch gegenüber ist, dass ihr sie mit Bekleidung und Speise gut versorgt.

 

  Und ich habe euch etwas hinterlassen, wodurch ihr niemals mehr fehlgehen werdet, so ihr daran festhaltet: das Buch Allahs und die Sunna (Überlieferungen) Seines Propheten.

 

  Ihr Menschen, es gibt keinen Propheten nach mir und keine Umma (Gemeinschaft) nach euch. Dient also eurem Herrn, verrichtet eure fünf täglichen Gebete, fastet euren Monat Ramadan, gebt bereitwillig die Zakat-Abgabe aus euren Vermögensgütern, vollzieht die Wallfahrt zum Hause eures Herrn, gehorcht denjenigen, die für eure Angelegenheiten zuständig sind, und ihr werdet in den Paradiesgarten eures Herrn eingelassen. Das Hinausschieben (eines heiligen Monats) ist ja eine Steigerung der Glaubensverweigerung, womit diejenigen fehlgehen, die den Glauben verweigern. Sie gestatten es ein Jahr und verwehren es ein Jahr, damit sie die Anzahl übereinstimmend machen mit dem, was Allah heilig gemacht hat, also gestatten sie, was Allah verwehrt hat (9:37), und verwehren, was Allah gestattet hat. Die Zeit (d. h. die Reihenfolge der Monate) ist wieder am gleichen Punkt angelangt, wie an dem Tag, an dem Allah die Himmel und die Erde geschaffen hat. Die Anzahl der Monate bei Allah ist ja zwölf Monate in der Schrift Allahs, am Tag, als Er die Himmel und die Erde geschaffen hat. Davon sind vier heilig’ (9:36), drei aufeinanderfolgende: Dhu'l-Qa’da, Dhu'l-Hiddscha und Muharram, und der Radschab von Mudar, der zwischen Dschumada und Scha’ban liegt. Kehrt nach mir nicht als Fehlgehende zum Irrtum zurück, so dass ihr euch gegenseitig tötet. Niemand ist für ein Verbrechen verantwortlich, außer dem, der es begangen hat, selbst. Weder ist das Kind verantwortlich für das Verbrechen seines Vaters, noch ist der Vater verantwortlich für das Verbrechen seines Kindes.

 

Wahrlich, der Satan hat jede Hoffnung verloren, in diesem euren Land jemals wieder angebetet zu werden, doch ihr werdet ihm bei solchen Taten gehorchen, die ihr für gering erachtet, und er wird damit zufrieden sein. So nehmt euch in Acht vor ihm in eurer Religion.

 

Ihr Menschen, hört meine Worte und begreift sie! Wisset, dass jeder Muslim dem anderen Muslim ein Bruder ist und dass alle Muslime Brüder sind. Keinem ist etwas vom Gut seines Bruders erlaubt, außer dem, was er ihm aus freien Stücken gibt, behandelt einander also nicht ungerecht.

 

Ihr Menschen! Hört und gehorcht, selbst wenn einem verstümmelten abessinischen Sklaven die Befehlsgewalt über euch gegeben würde, solange er das Buch Allahs unter euch umsetzt.

 

Ihr Menschen! Allah, der Mächtige und Erhabene, hat jedem sein Recht zugeteilt, deshalb gilt ein Testament zugunsten eines Erben nicht (, wenn es gegen dieses Recht verstößt).

So künde der Anwesende dem Abwesenden, denn vielleicht verkündet es der Anwesende jemandem, der es besser behält als er. Und ihr werdet über mich befragt werden, was werdet ihr also sagen?“

 

Darauf sagten die Gefährten: „Wir bezeugen, dass Du die Botschaft verkündet, das Prophetentum erfüllt und aufrichtigen Rat gegeben hast.“ Daraufhin hob Allahs Gesandter (Allahs Heil und Frieden auf ihm) seinen Zeigefinger gen Himmel, deutete dann auf die Leute und sagte:

„O Allah, sei mein Zeuge! O Allah, sei mein Zeuge! O Allah, sei mein Zeuge!“

 

 

In jenem Dhu'l-Hiddscha, am Tag von Arafat, sandte Allah, der Gepriesene und Erhabene, die folgenden Worte herab:

(Heute habe Ich für euch eure Religion vollendet, und Ich habe Meine Gnade an euch erfüllt, und Ich habe für euch den Islam als Religion auserwählt.)        (Qur´an 5:3)

   Er (e) starb dann am Montag, dem 12. Rabi’ul Thani, im Jahre 11 nach der Hidschrah (Auswanderungs-Jahr), im Alter von 63 Jahren, nachdem der ganze Qur’an offenbart worden und die Religion vollkommen war. Er wurde in Al-Madina begraben. Die Muslime waren von den Tod des Gesandten Allahs (e) schockiert. Manche Gefährten, wie Umar Ibn Al-Chattab (t), der seinen Tod nicht wahrhaben wollte, sagte: ‘Wenn ich jemanden höre, der sagt, dass Muhammad gestorben ist, dem werde ich den Nacken (Kopf) abschlagen.´ Dann stand Abu Bakr (t) auf und rezitierte die Aussage Allahs (I):

(Und Muhammad ist doch nur ein Gesandter, vor dem schon Gesandte dahingegangen sind. Wenn er nun stirbt oder getötet wird, werdet ihr (dann) auf den Fersen umkehren? Und wer auf den Fersen umkehrt, der wird Allah keinerlei Schaden zufügen. Aber Allah wird (es) den Dankbaren vergelten.)    (Qur´an 3:144)

   Als Umar diesen Vers hörte, blieb er still; denn er (t) war jemand, der sich an das Buch Allahs hielt. Der Gesandte Allahs (e) war damals 63 Jahre alt, er lebte 40 Jahre in Makkah vor der Offenbarung und blieb nach der ersten Offenbarung noch 13 Jahre in Makkah, um die Menschen zum Monotheismus aufzurufen und um ihnen seine Botschaft zu übermitteln. Nach dieser Zeitspanne wanderte er nach Al-Madina aus und lebte weitere 10 Jahre dort, wobei er weitere  Offenbarungen (Wahi) erhielt, bis der Qur´an in seiner vollkommenen Form herabgesandt worden war und die islamischen Anordnungen der Schari'a vollendet waren.

  

Dr. Gustav Lebon[4] sagt in seinem Buch Arabische Kultur: "Wenn man den Wert der Männer anhand ihrer Taten messen würde, dann ist Muhammad (e) einer der großartigsten Männer, den die Geschichte kennt. Die westlichen Forscher haben Muhammad (e) stets als gerecht beschrieben, obwohl der Religions-Fanatismus das Verständnis (den Einblick) vieler Historiker verblendet hatte und sie seine Vorzüglichkeiten nicht anerkennen wollten."

 

 

 

 

 

 

 

Die Beschreibung des Gesandten Allahs (e)

  

 

   Hind Ibn Abi Halah Al-Tamimi war für seine detaillierten Beschreibungen über den Propheten (e) bekannt. Er sagte:

   "Der Gesandte Allahs (e) war ein eleganter Mann. Sein Gesicht strahlte wie der Vollmond. Er hatte eine mäßige Körpergröße, nicht sehr lang und nicht sehr kurz. Sein Haar bedeckte seinen ganzen Kopf. Sein Haar war glatt. Wenn es lang war, scheitelte er es, ansonsten überschritt es in der Länge gewöhnlich seine Ohrläppchen nicht.

 

Seine Hautfarbe war hell glänzend. Seine Stirn war breit. Seine Augenbrauen waren natürlich gewölbt und gepflegt; obwohl sie dicht waren, berührten sie sich nicht. Er hatte eine Ader zwischen den Augenbrauen, die anschwoll, wenn er sich in einem verärgerten Zustand befand. Seine Nase war glatt und hatte einen speziellen Glanz. Wenn man sie näher betrachtete, dachte man, dass seine Nasenspitze etwas gehoben ist. Er hatte einen dichten Bart und glatte Wangen. Sein Mund war ein wenig groß. Er hatte einen Schnurrbart. Seine Zähne waren getrennt voneinander. Sein Hals war (so schön) wie der einer Puppe und die Farbe neigte zu weiß, wie Silber. Er war mittlerer Statur und sehr robust (stark). Sein Bauch und seine Brust hatten das gleiche Ausmaß. Seine Brust und seine Schultern waren breit. Er hatte riesige Schenkel. Seine Hautfarbe neigte zu weiß.

 

Er hatte fortlaufende Behaarung vom Hals bis zum Nabel. Er hatte keine Haare auf den Brustwarzen und dem Bauch. Seine Arme, seine Schultern und seine Oberbrust waren behaart. Seine Unterarme waren etwas lang. Seine Handfläche war ausgedehnt groß. Seine Hände und seine Füße waren kräftig gebaut. Seine oberen und unteren Gliedmaßen waren frei beweglich. Seine Fersen waren sehr ausgeprägt. Seine Füße waren so glatt, dass sich das Wasser nicht darauf absetzen konnte.

   Er hatte die Gangart eines kräftigen Mannes, der sich energisch fortbewegte. Seine Schritte waren gleichmäßig. Er ging ruhig, wie wenn er einen Hügel hinabsteigen würde. Immer wenn er sich umdrehte, drehte er seinen ganzen Körper mit (anstatt nur seinen Kopf zu drehen). Er senkte immer seinen Blick. Er schaute mehr hinunter auf den Boden als hoch in den Himmel.

 

   Oft schaute er Dinge nur kurz an (anstatt sie anzustarren). Er grüsste andere bevor sie ihn grüßten.” Ein Mann sagte zu Hind, dem Überlieferer: ‘Bitte beschreibe seine Sprechweise.’ Hind sagte: “Der Prophet (e) wirkte die meiste Zeit betrübt und dies in fortwährend. Meistens dachte er nach. Man sah ihn nie völlig erholt. Er sprach nie, wenn es keinen Grund zum Sprechen gab. Er redete nie für lange Zeit hintereinander. Er sprach sehr deutlich und bedeutungsvoll, und er machte nur präzise und exakte Aussagen. Seine Aussagen waren so eindeutig, dass niemand Worte davon weglassen oder hinzufügen konnte. Er war sehr freundlich und sorgfältig. Es kam nie vor, dass er (gedanklich) abwesend war.

 

Es kam nie vor, dass er andere Personen beleidigte. Er respektierte und ehrte die Gnade Allahs zu jeder Zeit, auch wenn es sich um die geringste Gnade handelte. Er kritisierte die Gnade Allahs nie, auch wenn sie in den Augen von manchen sehr gering und bedeutungslos war. Er kritisierte nie etwas, das er kostete und lobte es auch nicht.

Er ließ sich bei wörtlichen Auseinandersetzungen nie aus der Fassung bringen. Wenn ein Recht missbraucht oder gegen es verstoßen wurde, verärgerte ihn dies total, so dass es schwer war, ihn wieder zu erkennen. Und er pflegte in diesem Zustand zu verweilen, bis dieses Recht seinen rechtmäßigen Platz fand. Er wurde nie aus persönlichen Gründen verärgert.

 

Wenn er auf etwas deutete, so tat er dies mit der ganzen Hand und hielt seine Hand stets unten, wenn er über etwas sprach. Der Prophet (e) umfasste mit seiner rechten Handfläche leicht seinen linken Daumen, während er sprach. Er drehte sein Gesicht weg, wenn er verärgert war; jedoch senkte er seinen Blick, wenn er zufrieden und glücklich war. Hauptsächlich bestand sein Lachen nur aus einem Lächeln. Wann immer er seinen Mund beim Lachen öffnete, leuchteten seine Zähne wie Perlen.”

 

Der Überlieferer sagte: “Für einige Zeit hielt ich diese Information vor al-Husain geheim. Dann später erzählte ich ihm darüber.” Er war schneller als ich und fragte seinen Vater über das Eintreten des Gesandten Allahs (e), die Art wie er sich beim Verlassen verhielt, die Beschreibung, etc. Er überließ nichts den Vermutungen. Al-Husain sagte: “Ich habe meinen Vater darüber befragt, wie er (e) seine Zeit zu verbringen pflegte, wenn er sich zu Hause befand. Was er (e) tat und wie er seine Zeit aufteilte.” Er entgegnete: “Er (e) teilte seine Zeit, wenn er zu Hause war, in drei Abschnitte – einen Abschnitt für den Willen Allahs, den anderen für seine Familie und den dritten teilte er zwischen sich, und den bedürftigen Menschen auf. Er bevorzugte es, Zeit mit den Menschen entsprechend ihrem Zustand und ihren Bedürfnissen zu verbringen, was dementsprechend variierte. Er konzentrierte sich vorerst auf die nützlichen und wichtigsten Punkte. Oft sagte er denjenigen, die seine Sitzungen besuchten, dass sie die Abwesenden informieren sollen und ihm (e) die Bedürfnisse derer vorbringen sollen, welche ihre Bedürfnisse dem Propheten nicht selber vorlegen konnten. Meistens sagte er zu ihnen: ‘Jemand, der die Angelegenheit einer Person vorlegt, welche selber nicht dazu imstande ist, diese seine Sache selbst an die zuständige Stelle zu richten, dessen Füße wird Allah, der Allmächtige, am Tag des Gerichts festigen.’ Die Menschen, die zu ihm (e) eintraten, wendeten sich nur mit derartigen Angelegenheiten an ihn. Er (e) bot ihnen auch etwas zum Essen an.”

 

Al-Husain sagte weiter: “Ich befragte meinen Vater über die Art, wie sich der Gesandte Allahs (e) außerhalb des Hauses verhielt. Er sagte: “Er (e) hütete seine Zunge und bot den Menschen nur gute und nützliche Anregungen, brachte sie zusammen und trug nie dazu bei, dass sie sich spalteten. Er erwies den ehrbaren Personen in jeder Lage Ehre und betraute sich mit deren Angelegenheiten. Er warnte die Menschen vor dem Übel und schützte sich vor deren Schlechtigkeiten genauso, obwohl er (e) sich die Missbilligung nie anmerken ließ. Er informierte sich über diejenigen, welche Wert auf das Gute legten und Schlechtigkeiten verhinderten. Er war in all seinen Angelegenheiten gemäßigt. Er war nie nachlässig oder verschwendete seine Zeit nicht umsonst, weil er auch befürchtete, dass die Menschen das gleiche machen könnten, wenn er sich so verhält. Er war auf jede Sache vorbereitet. Er vernachlässigte nie irgendwelche Rechte und verzieh es nie, wenn es andere taten. Die Menschen, die ihm am nächsten saßen, waren die besten unter den Leuten. Der beste Gefährte ist aus seiner Sicht derjenige, der den besten Ratschlag und die beste Anregung bietet, während derjenige, der aus seiner Sicht den besten Status hat, derjenige ist, der das beste Beileid zeigt und die anderen unterstützt.”

 

Al-Husain sagte: ‘Ich habe meinen Vater darüber befragt, wie die Art des Gesandten Allahs (e) während seiner Sitzungen war.’ Er sagte: “Der Gesandte Allahs (e) hielt sich nie an einem Ort auf, ohne Allahs zu gedenken. Er bestimmte nie einen bestimmten Ort für eine bestimmte Person. Tatsächlich verbot er den Menschen dies zu tun. Er setzte sich dorthin, wo er Platz zum Sitzen fand. Er befahl den anderen, sich auch so zu verhalten, wenn sie einen Platz betraten und sich zu den dort Sitzenden gesellen wollten. Er fühlte sich wohl, wenn er seine Zeit und Aufmerksamkeit unter all seinen Gefährten verbrachte, die bei ihm saßen. Wer bei ihm saß, hatte das Gefühl, dass niemand dem Propheten wichtiger war als er. Wenn jemand den Propheten etwas fragte, wendete er (e) sich nicht eher von dem Fragenden ab, bis dieser es von sich aus tat. Und wenn jemand den Propheten um einen Gefallen bat, schickte er (e) ihn nicht mit leeren Händen zurück, andernfalls sprach er (e) ihm gut zu (in Situationen, wie bei Entschuldigungen, wenn er den Wunsch desjenigen nicht erfüllen konnte). Er hatte ein offenes Herz und eine offene Meinung. Dadurch wirkte er wie ein guter, freundlicher und achtsamer Vater für jeden, und alle Menschen waren in seiner Gegenwart gleich. Sein Treffpunkt war ein Platz für Beharrlichkeit, Schüchternheit, Geduld und höchstes Vertrauen. Niemand traute sich, etwas Schlechtes über jemand anderen zu sagen. Diejenigen, die an den Sitzungen des Propheten (e) teilnahmen, waren gleichwertig. Die Menschen, die sich an den Sitzungen des Gesandten Allahs (e) beteiligten, unterschieden sich voneinander nur auf Grund ihrer Güte, Frömmigkeit, Rechtschaffenheit und Gottesfurcht. Sie gingen bescheiden miteinander um. Sie respektierten die Älteren und waren barmherzig zu den Jüngeren. Sie zogen diejenigen, die sich in äußerster Not befanden, sich selber vor. Sie respektierten und ehrten den Fremden.”

 

Al-Husain sagte: ‘Ich habe meinen Vater darüber befragt, wie sich der Prophet während seiner Sitzungen den Anwesenden gegenüber verhielt.’ Er antwortete: “Der Gesandte Allahs (e) war stets entgegenkommend. Er war überlegen in seiner Freundlichkeit und in seiner Bedächtigkeit. Er war nie hart und grob. Er erhob nie seine Stimme in der Öffentlichkeit oder machte Gebrauch von anstößiger Rede. Er hat nie jemanden verleumdet. Er lobte nie jemanden auf übertriebene Art. Er strengte sich für Dinge, die er für sich selbst erreichen wollte, nicht besonders an. Er enttäuschte nie jemanden. Er mied drei Dinge – Auseinandersetzung, zu vieles Reden und das Einmischen in Dinge, die für ihn keine Wichtigkeit hatten. Außer diesen vermied er noch drei andere Dinge – er sprach nie schlecht über jemanden, er machte sich nie lustig über jemanden, und er hat nie nach den Fehlern von jemandem gesucht, um diesen in Anwesenheit von anderen zu kritisieren. Er sprach nur über Dinge, von denen er hoffte, dafür von Allah belohnt zu werden. Wann immer er (e) redete, schauten seine anwesenden Gefährten auf den Boden (aus Respekt und Aufmerksamkeit), als wenn Vögel auf ihren Köpfen säßen (und sie Angst hätten, die Vögel zu erschrecken). Wenn der Gesandte Allahs (e) mit dem Sprechen aufhörte, sprachen seine Gefährten. Nie stritten sie in seiner Anwesenheit. Wann immer einer seiner (e) Gefährten redete, hörte ihm der Rest aufmerksam zu, bis er seine Aussage beendete. Nur führende Gefährten sprachen in Gegenwart des Gesandten Allahs (e). Der Gesandte Allahs (e) lächelte über Dinge, über die seine Gefährten lachten, und ebenso zeigte er (e) sich verwundert über Dinge, über die sich seine Gefährten wunderten. Der Gesandte Allahs (e) wies extreme Geduld beim Zuhören auf, um einen Fremden, der einen schwierigen Akzent oder Dialekt hatte, zu verstehen. Er (e) stellte dem Sprechenden keine Fragen, bis dieser seine Aussage beendete. Tatsächlich wies der Gesandte Allahs (e) seine Gefährten dazu an, den Personen zu helfen, die um Hilfe baten. Er (e) nahm kein Lob und keine Belohnung von einer Person an, ohne dieser auch eine Gunst zu erweisen. Nie unterbrach er einen Sprechenden, bis dieser seine Aussage beendete und von selbst aufhörte oder diese Person aufstand, um wegzugehen.”

 

Al-Husain sagte: ‘Ich befragte meinen Vater über das Schweigen des Gesandten Allahs (e).’ Er kommentierte: “Beim Gesandten Allahs (e) waren vier Formen der Stille zu beobachten – wenn er (e) Ausdauer zeigte, wenn er Wache hielt und vorsichtig war, wenn er Respekt erwies und wenn er überlegte und nachdachte. Zur Erweisung von Respekt und Überlegung demonstrierte er (e) auch Ruhe, wenn er sich die Angelegenheiten der Menschen anhörte. Seine Meditation bestand aus dem Zustand des Nachdenkens über die beständigen Dinge im Jenseits. Er verband Geduld mit Ausdauer. Er wurde wegen weltlicher Angelegenheiten nie verärgert. Er war beim Ausüben von guten Taten überaus sorgfältig, um ein gutes Beispiel für alle Menschen zu sein. Er lehnte alle schlechten Taten und Aussagen ab, als Anordnung für die Menschen, damit sie ihm (e) in diesen Dingen nacheiferten. Er (e) nahm jede Mühe auf sich, um etwas Gutes zu tun und vertrat die geeignetste und rücksichtsvollste Meinung als Anordnung, um seiner Gemeinschaft die besten Sitten und Taten, für beide Welten, zu bieten.”

 

 

 

Einige seiner (e) Charaktereigenschaften

und Wesensarten

 

 

1.      Verstand: Der Gesandte (e) verfügte über eine Reife (Vollkommenheit) des Verstandes. Es gibt niemanden in der Geschichte der Menschheit, der mit solch einer Perfektion gesegnet war. Qadhi Aiad berichtete: “Man kann am Gesandten Allahs (e) sein ganzes Leben und seine Laufbahn hindurch überaus kluge Verhaltensweisen erkennen. Wer seine Biographie, seine Aussagen und sein Brauchtum, seine wirksamen und sinnvollen Aussprüche (Hadithe) und seine Worte der Weisheit liest und dazu seine (e) Tugenden und Merkmale untersucht, wird dies bezeugen. Ähnlich ist es, wenn man die erstklassigen Kenntnisse des Propheten (e) beachtet, die er (e) über die Alten Schriften und das Evangelium oder die Bibel und andere frühere göttliche Schriften oder über die Aussprüche der Weisheit von früheren Weisen besaß; so wird man auch seine eindrucksvolle Denkweise bestätigen. Ferner führt sein (e) umfangreiches, bedeutendes Wissen über frühere Völker, Aussagen früherer Menschen und die Grundsätze früherer Kaiser, Könige und Herrscher auch dazu, dass man zugeben muss, dass der Gesandte Allahs (e) über eine eindrucksvolle Weisheit verfügte. Außerdem kann man seine (e) außerordentliche Weisheit anhand seiner äußerst feinen, einfühlsamen, angemessenen, gerechten und nützlichen rechtmäßigen Anordnungen für die Menschen feststellen, sowie bei der Festlegung der besten Regeln bezüglich der Sitten und Verhaltensweisen. Der weiteren kann man den großartigen Verstand des Gesandten Allahs (e) erkennen, wenn man die verschiedenen Wissenschaften bedenkt, die er (e) uns brachte, wie Gottesdienst, Heilkunde, Mathematik, Gesetze der Erbschaft, Abstammung und andere. Darüber hinaus gab er (e) all dies an die Menschheit weiter, während er (e) ein schriftunkundiger Mann war. Er (e) hat nie eine Schule besucht; nie hat er bei einem Gelehrten oder Lehrer gesessen. Er war (e) ein schriftunkundiger Prophet, der von all diesem Wissen keine Kenntnis besaß, bis Allah der Allmächtige ihm seine Brust öffnete und ihm seinen Auftrag verkündete. Er (e) war gelehrt von Ihm (Allah). Die verschiedenartigen Lehren und das Wissen des Gesandten Allahs (e) sind entscheidende Beweise für die Wunder der Allmacht Allahs, des Allmächtigen und Seine uneingeschränkte Fähigkeit das zu tun, was Ihm gefällt.”                                                 (Buch: Al-Shifa bi Ta`rif Huquq Al Mustafa)

 

2.      Das Trachten nach der Zufriedenheit Allahs/sich opfern, indem man Lohn von Allah im Jenseits erwartet (Ihtisab): Der Gesandte (e) war der Gebieter der Genügsamen. Er hat beim Aufruf zu seiner Botschaft viele Bosheiten und Beschimpfungen ertragen, war aber geduldig und erfüllt von der Hoffnung, von Allah dafür belohnt zu werden. Von Abdullah Ibn Masud (t) wird berichtet:

“Ich erinnere mich, als ob ich den Propheten (e) noch heute vor mir sähe, als er von einem Propheten berichtete, der von seinen eigenen Leuten so geschlagen wurde, dass er blutete, alsdann sich das Blut von seinem Gesicht wischte und sagte: O Allah mein Gott, vergib es meinen Leuten; denn sie sind unwissend.”                                                                                             (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.3290)

Und Gandab Ibn Sufyyan (t) berichtete:                                       “Der Gesandte Allahs (e) beteiligte sich an einer Schlacht, in der sein Finger (verletzt wurde und) blutete. Er sagte daraufhin: “Du bist nichts anderes als ein Finger, der blutet, und das, was mich (an Leid) traf, ist Allah gewidmet.”   (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2648)

 

3.      Aufrichtigkeit: Der Gesandte (e) war in allen Angelegen-heiten aufrichtig, wie Allah es ihm befohlen hat. Allah (I) sagt:

(Sag: Gewiss, mein Gebet und mein (Schlacht)opfer (meine Kulthandlung), mein Leben und mein Sterben gehören Allah, dem Herrn (رب (Rabb) der Weltenbewohner (aller Welten). Er hat keinen Teilhaber. Dies ist mir befohlen worden, und ich bin der erste der (Ihm) Ergebenen.)   (Qur´an 6:162-163)

 

4.      Vornehme Charaktereigenschaften: Als seine Frau ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen, über seine Eigenschaften befragt wurde, sagte sie:

‘Die moralische Vorgehensweise des Propheten (e) entsprach dem Qur’an.’ Er unterwarf sich den Anordnungen des Qur´ans, setzte alle seine Befehle um und verinnerlichte alle Vorzüge des Qur`an. Er unterließ alle Schandtaten, seien es verborgene oder offensichtliche. Kein Wunder, denn er (e) ist derjenige, der von sich sagt:

“Allah entsandte mich, um die Tugenden und die Wohltaten zu vervollkommnen.”   (Sahih Al-Bukhari)

Und Allah (I) beschreibt ihn, indem Er sagt:

(Und du bist wahrlich von großartiger Wesensart.)                                                                                        (Qur´an 68:4)

Anas Ibn Malik (t), der zehn Jahre lang, Tag und Nacht, im Lande und auf Reisen im Dienste des Gesandten Allahs (e) war, lernte ihn unter verschiedenen Umständen und Situa-tionen kennen und sagte:

“Der Gesandte (e) war der beste Mensch mit den vornehmsten Charaktereigenschaften.”                                                                                             (Sahih Muslim, Hadith Nr.2310)

Und er sagte auch:

“Der Prophet (e) war weder der Mensch, der herum-schimpfte, noch der Mensch, der unzüchtige Redensarten verwendete noch der Mensch, der herumfluchte. Wenn er aber einem von uns etwas vorhalten wollte, sagte er: ‘Was ist los mit ihm? Taribat Ğabīnuh (=Seine Stirn wird staubig sein)!”                   (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.5684)

 

5.      Gutes Benehmen: Sahl Ibn Saad (t) erzählte:

“Dass man dem Gesandten Allahs (e) etwas zu trinken brachte, und er trank, während rechts von ihm ein Junge saß und links ältere (Männer). Da fragte er den Jungen: “Erlaubst du mir, an diese (älteren Männer) weiterzugeben?” Der Junge sagte: “Nein, bei Allah, o Gesandter Allahs, ich werde niemandem gegenüber darauf verzichten, (etwas aus deiner Hand entgegenzunehmen). So gab es also der Gesandte Allahs (e) ihm in die Hand.”   (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2319)

 

6.      Die Liebe zur Stiftung von Frieden (Versöhnung): Sahl Ibn Saad (t) berichtete:

“Die Leute von Qubā verwickelten sich so sehr in eine Schlägerei, dass sie sich gegenseitig mit Steinen bewarfen. Als der Gesandte Allahs (e) davon erfuhr, sagte er: ‘Lasst uns zu ihnen gehen und zwischen ihnen schlichten’.”    (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2547)

 

7.      Das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten:

   Abu Sa'id Al-Hudri  (Allahs Wohlgefallen auf ihnen beiden), hat gesagt: Ich hörte Allahs Gesandten (r) sagen:

Wer von euch etwas zu Verabscheuendes sieht, soll es mit seiner Hand verändern, und wenn er dies nicht vermag, so soll er es mit seiner Zunge verändern, und wenn er (selbst) das nicht vermag, dann mit seinem Herzen, und dies ist das Mindeste an Glauben.”                                                                                                    (Sahih Muslim)

   Von Abdullah Ibn Abbas (Allahs Wohlgefallen auf ihnen beiden) wird berichtet: Eines Tages sah der Gesandte Allahs (r) einen Mann, der einen goldenen Ring am Finger trug. Der Prophet nahm den Ring von seinem Finger und warf ihn weg, wobei er sagte:

“Wer auch immer ein Stück glühender Kohle auf seine Hand legen will, der lege sie darauf.” Nachdem der Prophet (e) gegangen war, wurde der Mann aufgefordert, den Ring aufzuheben und ihn auf andere Weise zu verwenden. Daraufhin sagte er: “Bei Allah: Nun, da der Prophet (e) diesen Ring weggeworfen hat, werde ich ihn niemals aufheben.”   (Sahih Muslim, Hadith Nr.2090)

8.      Liebe zur Reinheit: Von Al-Muhağer Ibn Qunfidh (y) wird berichtet:

“Ich kam zum Propheten (r), während er die Notdurft verrichtete und grüßte ihn, worauf er erst antwortete, als er die Gebetswaschung beendet hatte. Dann entschul-digte er sich bei mir und sagte: “Wahrlich ich verabscheute es, Allah (I) in unreinem Zustand zu erwähnen.”                                         (Sahih Ibn Khusaimah, Hadith Nr.206)

9.      Hüten der Zunge: Von Abdullah Ibn ‘Aufa (y) wird berichtet:

“Der Gesandte Allahs (r) war oft mit dem Gedenken Allahs beschäftigt, sprach wenig, verlängerte seine Gebete, verkürzte seine Ansprache vor dem Freitagsgebet und zögerte nicht (war nicht zu stolz, um) mit Witwen oder Bedürftigen zu gehen, um ihre Angelegenheiten zu erledigen.”   (Sahih Ibn Hibban, Hadith Nr.6423)

 

10.  Vermehren der gottesdienstlichen Handlungen: ’Aischa, (Allahs Wohlgefallen auf ihr) Mutter der Gläubigen, erzählte, dass der Prophet (r) in der Nacht im Stehen zu beten pflegte, bis seine Füße Risse bekamen. Da sagte sie zu ihm:

“Warum tust du dies, o Gesandter Allahs (r), obwohl Allah dir alle deine vergangenen und zukünftigen Fehler vergeben hat?” Daraufhin sagte er: “Darf ich denn nicht ein dankerfüllter Diener sein?”(Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.4557)

 

11.  Güte und Milde: Von Abu Huraira (t) wird berichtet:

“Tufail Ibn ‘Amr ad-Dausyy und seine Leute kamen zum Propheten (r) und sagten: “O Gesandter Allahs, der Stamm Daus ist wahrlich in Ungehorsam verfallen und verhält sich nur ablehnend, so richte zu Allah ein Bittgebet gegen ihn!” Jemand sagte: “Nieder mit den Daus!” und der Prophet sagte (dagegen): “O Allah, führe die Daus zum rechten Weg und bringe sie zu uns zurück!”   (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2779)

 

12.  Schöne Erscheinung: Al-Baraa Ibn Azeb (t) sagte:

“Der Gesandte Allahs (r), hatte eine durchschnittliche Körpergröße und breite Schultern. Er trug sein Haar bis zu den Ohrläppchen. Ich sah ihn in einem roten Gewand, und ich hatte nie zuvor ein schöneres gesehen.”                                                            (Sahih Ibn Hibban, Hadith Nr.3358)

13.  Entsagen dieser Welt (Diesseits): Von Abdullah Ibn Masud (t) wird berichtet, dass der Gesandte Allahs (r) eines Tages auf einer Palmfasermatte schlief, und als er erwachte, waren die Abdrücke der Matte auf seinem Körper sichtbar. Wir sagten: “O Gesandter Allahs (r), dürfen wir dir eine weiche Matratze geben?” Der Gesandte Allahs (r)  antwortete:

“Was habe ich mit dieser Welt zu schaffen? Im Diesseits bin ich nur wie ein Durchreisender, der im Schatten eines Baumes rastet und ihn wieder verlässt, nachdem er etwas geruht hat.”    (Sunan Al-Tirmidhi, Hadith Nr.2377)

 

Und von Amr Ibn Al-Harith (y) wird berichtet:

“Als der Prophet (r) verschied, hinterließ er keinen Dinar oder Dirham, keinen Sklaven oder Sklavin oder sonst etwas, außer seinem weißen Maultier, das er zu reiten pflegte, seiner Waffe und einem Land, das er vorher zur wohltätigen Stiftung (Sadaqa-Almosen) gemacht hatte.”                                                 (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2588)

14.  Nächstenliebe: Von Sahl Ibn Saad (t) wird berichtet:

“Eine Frau kam mit einer Burda. Wisst ihr, was eine Burda ist? Sie ist ein Gewand, das an seinem Stoffrand eine gewebte Borte hat. Die Frau sagte: “O Gesandter Allahs, ich habe diese selbst mit meiner Hand gewebt und möchte dich damit bekleiden.” Der Gesandte Allahs (r) nahm ihr Geschenk an, da er die Burda benötigte. Der Gesandte Allahs (r) kam dann (etwas später) mit diesem Gewand angezogen heraus. Ein Mann unter den Anwesenden befühlte es und sagte: “O Gesandter Allahs (r), bekleidest du mich damit?” Der Gesandte Allahs (r) sagte zu ihm: “Ja.“ Und er saß dann in der Versammlung, so lange es Allah wollte. Anschließend verließ der Prophet den Platz und ließ ihm diese Burda zusammengelegt zuschicken. Die Leute sagten zu dem Mann: “Du hast damit keine gute Sache getan; denn du fragtest ihn, ob er sie dir gibt, während du wusstest, dass er niemals die Bitte eines Menschen ablehnt!” Der Mann erwiderte: “Ich schwöre bei Allah, dass ich ihn danach gefragt habe, damit ich diese als Leichentuch (Kafan) für mich verwenden kann, wenn ich sterbe.” Und sie ist auch später sein Leichentuch geworden.”                                                                                    (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.1987)

15.  Feste Überzeugung und Gottvertrauen: Abu Bakr Al Siddiq (t) berichtete:

“Ich sah die Füße der Ungläubigen (Muschrikien) über unseren Köpfen. Ich sagte zum Propheten, als ich (mit ihm) in der Berghöhle war: “Wenn einer von ihnen unter seine Füße blicken würde, würde er uns sehen!" Er erwiderte: “Was hältst du, o Abu Bakr, von zwei (Menschen), bei denen Allah ein Dritter ist?”  (Sahih Muslim)

 

16.  Zuneigung und Zärtlichkeit: Abi Qatadah (t) sagte:

“Der Gesandte Allahs (r) betete, während er (das Kind) Umāma, Tochter der Zainab, Tochter des Gesandten Allahs (r), trug…: Wenn er sich niederwarf, legte er sie hin, und wenn er wieder aufstand, trug er sie wieder.”                                                                     (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.5650)

17.  Erleichterung: Anas (t) berichtete, dass der Gesandte Allahs (r) sagte:

“Wahrlich, ich stehe im Gebet mit der Absicht, dieses zu verlängern, dennoch kommt es vor, dass ich das Weinen eines Kindes höre und daraufhin mein Gebet kürzer fasse, um seiner Mutter jegliche Härte zu ersparen.”                                                                          (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.677)

18.  Frömmigkeit und Gottesfurcht: Von Abu Huraira (t) wird berichtet, dass der Gesandte Allahs (r) sagte:

“Der Prophet (r) ging an einer Dattel vorbei, die auf dem Weg lag, und sagte: “Wenn ich keine Bedenken hätte, dass diese Dattel zum Almosen gehört, hätte ich sie gegessen.”   (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2300)

19.  Großzügigkeit: Anas Ibn Malik (t) sagte:

“Es gab niemanden, der als Muslim den Gesandten Allahs (r) um etwas bat und von diesem nichts bekam. Einst kam ein Mann zu ihm, und er (r) gab ihm so viele Schafe, wie zwischen zwei Hügeln Platz fanden. Da kehrte der Mann zu seinem Stamm zurück und sagte: “Leute! Werdet Muslime, denn Muhammad (r) gibt wirklich jedem (etwas), so dass man die Armut nicht zu fürchten braucht!”   (Sahih Muslim, Hadith Nr.2312)

 

20.  Die Liebe zur Hilfsbereitschaft: Von ’Aischa, (Allahs Wohlgefallen auf ihr) Mutter der Gläubigen, wird berichtet, dass sie auf die Frage, ‘Was hat der Gesandte Allahs (r) normalerweise getan, wenn er zu Hause war?’, folgendes antwortete:

“Er war stets damit beschäftigt, den Bewohnern seines Hauses zu dienen (und zu helfen), und wenn die Zeit zum Gebet kam, ging er deswegen hinaus.”                                                                               (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.644)

Und von Al-Bara’a Ibn ‘Azib (t) wird berichtet:

“Ich habe den Gesandten Allahs (r) am Tag der Grabenschlacht (Al-Khandaq) gesehen, wie er den Sand trug und das Haar seiner Brust total davon bedeckt war. Und er war ein sehr behaarter Mann. Und dabei trug er das Gedicht von Ibn Rawaha mit erhobener Stimme vor.”

O Allah, ohne Dich wären wir nie rechtgeleitet

und hätten nie Almosen gegeben und nicht gebetet.

Wir bitten Dich, die Stille auf uns herabzusenden.

Und befestige unsere Füße, wenn wir auf die Feinde treffen.

Denn die Feinde lehnten sich gegen uns auf.

Wenn die Feinde uns in Versuchung bringen wollen,

 so weigern wir uns

 (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2870)

21.  Die Ehrlichkeit: Von ’Aischa, (Allahs Wohlgefallen auf ihr) Mutter der Gläubigen, wird berichtet:

“Dem Gesandten Allahs (r) war keine Charaktereigenschaft widerwärtiger als das Lügen. Wenn jemand dem Propheten eine Lüge erzählte, bedrückte ihn (r) dies so lange, bis er (r) wusste, dass diese Person deshalb Reue geübt hatte.”    (Sunan  Al-Termedhi, Hadith Nr.1973)

 

   Sogar seine Feinde bestätigten seine Ehrlichkeit. Zum Beispiel sagte Abu Jahl, der Mensch, der die größte Feindschaft gegenüber dem Gesandten Allahs (r) zeigte, eines Tages zum Gesandten: ‘O Muhammad, ich sage nicht, dass du ein Lügner bist, aber ich leugne das, wozu du aufrufst und das, womit du gesandt wurdest. Daraufhin hat Allah (I) folgendes herabgesandt:

(Wir wissen wohl, dass dich das, was sie sagen, in der Tat traurig macht. Aber nicht dich bezichtigten sie (in Wirklichkeit) der Lüge, sondern die Zeichen Allahs verleugnen die(se) Ungerechten.)   (Qur´an 6:33)

 

 

22.  Verehrung der Gebote Allahs (I): ’Aischa, (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen, erzählte:

“Immer wenn der Gesandte Allahs (r) zwischen zwei Alternativen wählen konnte, entschied er sich für die leichtere, solange es keine Sünde war. Wenn es jedoch eine Sünde war, so war er derjenige, der sich davon am weitesten entfernt hielt. Der Gesandte Allahs (e) trachtete auch niemals nach Rache für eine persönliche Angelegenheit, außer wenn ein Befehl Allahs missachtet wurde, und in einem solchen Fall strebte er nach Vergeltung um Allahs willen.” (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.6404)

 

 

23.  Freundliches Erscheinen (Heiterkeit): Von Abdullah Ibn Al-Hareth wird berichtet:

“Ich habe niemanden gesehen, der mehr lächelte als der Gesandte Allahs (r).”   (Sunan  Al-Tirmidhi, Hadith Nr.3641)

 

 

24.  Das Anvertraute und Gewissenhaftigkeit (Treue): Seine (r) Treue war einmalig, obwohl die Bewohner von Makkah sich gegen ihn feindlich verhielten und seine Anhänger unterdrückten, als er anfing, den Aufruf zum Islam offenkundig zu verbreiten. Und trotz der Feindschaft, die zwischen Muhammad (r) und den Mekkanern herrschte, haben sie ihm ihre Güter anvertraut (Depositum). Er (r) verhielt sich in dieser Angelegenheit solange treu, bis sie ihn (r) gezwungen haben, nach Al-Madina auszuwandern, nachdem er von ihnen so viel Böses erlebt hatte. Der Gesandte (r) bat seinen Vetter Aly Ibn Abi Taleb (t), drei Tage in Makkah zu bleiben, um die anvertrauten Güter, die der Gesandte verwahrt hatte, ihren Besitzern auszuhändigen.       (Erzählung von Ibn Hischam)

 

   Seine (r) Treue bestätigte sich auch in dem Friedensvertrag von Al-Hudaibiah, welcher zwischen dem Gesandten und den Quraiš geschlossen wurde. Dieser Vertrag enthielt u.a., dass, wenn jemand von den Mekkanern Zuflucht bei Muhammad sucht (um Muslim zu werden), er zurück an die Quraiš geschickt werden sollte; und wenn ein Muslim zu den Quraiš geht, dieser nicht zurückgeschickt werden sollte.

“Nachdem der Gesandte Allahs (r) in Al-Madina angekommen war, floh ein Mann namens Abu Dschandal Ibn Suhail Ibn Amr vom Gefängnis in Makkah und kam zum Propheten nach Al-Madina. Da verlangten ihn die Ungläubigen vom Gesandten Allahs (r) zurück, indem sie auf den zwischen ihnen geschlossenen Friedensvertrag hinwiesen. Daraufhin sagte der Gesandte Allahs (r) zu Abu Dschandal Ibn Suhail Ibn Amr: “O Aba Dschandal! Habe Geduld und bitte Allah um Ausdauer. Allah wird dir und all denjenigen, die gläubig sind, gequält werden und keine Unterstützung haben, wahrhaftig einen Ausweg zeigen. Wir haben eine Abmachung mit diesen Leuten (den Mekkanern). Wir werden diese Abmachung nicht brechen, noch werden wir sie betrügen.   (Sunan  Al-Baihaqii, Hadith Nr.18611)

 

25.  Mut und Nicht-Zögern: Aly Ibn Abi Taleb (t) sagte:

“Ihr hättet mich am Tage der Schlacht von Badr sehen sollen. Wir haben Zuflucht beim Gesandten Allahs (r) gesucht, als er (r) von uns und dem Feind am nächsten war. An diesem Tag war der Gesandte Allahs (r) der mutigste und stärkste von uns.”                                                                                     (Musnad  Al-Imam Ahmad, Hadith Nr.654)

   Sein Mut bewies er auch außerhalb der Kriege. Anas Ibn Malik (t) erzählt über ihn: "Der Gesandte Allahs (r) war der beste und mutigste Mensch. Eines Nachts wurden die Bewohner Al-Madinas durch eine laute Stimme erschreckt. Sie gingen in die Richtung, aus welcher diese Stimme (Schrei) herkam. Da kam ihnen der Gesandte Allahs (r) auf einem sattellosen Pferd, das Abu Talha gehörte, entgegen geritten. Er hatte sich erkundigt, woher der Schrei rührte und trug sein Schwert bei sich. Er beruhigte die Menschen:

“ Ihr braucht euch nicht zu fürchten! Ihr braucht euch nicht zu fürchten!“ Wahrlich, wir empfanden den Gesandten Allahs (r) wie einen Ozean."   (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2751)

 

 Der Prophet (r) reagierte sofort, egal ob es Nacht war und er ein ungesatteltes Pferd reiten musste, so wie es eben die Situation erforderte. Es gab nämlich keine Zeit zu verlieren. Er hatte sein Schwert bei sich, falls er es brauchen sollte. Er (r) wartete nicht auf andere, bis sie sich versammelten, um klären zu können, was der Grund dieser Unruhe mitten in der Nacht sein könnte, wie es in solchen Situationen sonst eigentlich üblich wäre.

“Bei der Schlacht von Uhud beriet sich der Gesandte Allahs (r) mit seinen Gefährten, und diese zogen den Kampf vor. Obwohl der Gesandte anderer Meinung war, folgte er ihrem Rat. Aber die Gefährten (Möge Allah Sich ihrer erbarmen) bereuten ihren Entschluss, weil das Vorhaben des Gesandten anders gewesen war. So sagten die Ansar: “Wir haben den Wunsch des Gesandten zurückgewiesen.” Sie kamen zu ihm und sagten: “O Gesandter Allahs, du sollst diese Angelegenheit entscheiden.” Worauf er sagte: “Es steht einem Propheten nicht zu, seine Rüstung abzulegen, bis er gekämpft hat.”                                       (Musnad Al Imam Ahmad, Hadith Nr.14829)

26.  Großzügigkeit und Edelmut: von Ibn Abbas (t) wird berichtet:

“Der Gesandte Allahs (r), war der Großzügigste unter allen Menschen, und den Höhepunkt seiner Großzügig-keit erreichte er im Ramadān, wenn ihm Gabriel (Ğibrīl) begegnete. Diese Begegnung mit ihm fand in jeder Ramadān-Nacht statt, denn Gabriel pflegte ihn zu jener Zeit im Qur’an zu unterweisen. Wahrlich, der Gesandte Allahs (r) war mit dem Hergeben von guten Dingen schneller als der unaufhaltbare Wind.”                                                                         (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.6)

   Und von Abu Dharr (t) wird berichtet:

“Eines Tages begleitete ich den Gesandten Allahs (r) auf der schwarzen Felsenebene von Medina, als wir vor dem Berg Uhud ankamen. Er rief mich: “O Abu Dharr!” Ich antwortete: “Hier bin ich, dir zu Diensten, o Gesandter Allahs (r)." Er sagte: “Wenn ich Gold im Gewicht des Uhud hätte, würde es mich nicht erfreuen, wenn ich nach Ablauf von drei Tagen mehr als einen einzigen Dinar davon behielte, den ich zur Rückzahlung einer Schuld benötigte. Ich würde alles unter den Dienern Allahs verteilen, so und so und so, nach rechts und links und nach hinten.”   (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2312)

Jaber Ibn Abdullah erzählte,

“dass der Gesandte Allahs (r) niemals nein sagte, wenn er von jemandem um etwas gebeten wurde.”                                                                    (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.5687)

27.  Schüchternheit (Scham): Abi Saied Al-Khudry (t) überlieferte,

“dass der Gesandte Allahs (r) gewöhnlich schamhafter war als eine Jungfrau in ihrem Gemach, so dass man an seinem Gesicht ablesen konnte, wenn er etwas sah, was ihm nicht gefiel.”   (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.5751)

   Und Abu Ayyub Al-Ansary (t) überliefert, dass der Gesandte Allahs (r) sagte:

“Vier Merkmale gehören zu den Propheten:  Die Scham, der Duft, der Siwak (zur Mundpflege) und das Heiraten.”                                                                        (Sunan Al-Tirmidhi )

28.  Bescheidenheit: Der Gesandte Allahs (r) war einer der demütigsten und bescheidensten Menschen, die man sich vorstellen kann. Und durch seine (r) ausgeprägte Bescheidenheit kam es vor, dass derjenige, der die Moschee betrat, ihn nicht von seinen Gefährten unterscheiden konnte. Anas Ibn Malik (t) sagte:

“Während wir mit dem Gesandten Allahs (r) in der Moschee saßen, kam ein Mann auf einem Kamel geritten; er ließ das Kamel auf dem Boden der Moschee niederknien, band es an und sprach zu den Anwesenden: ‘Wer von euch ist Muhammad?’ Dies geschah, als der Prophet (r) sich angelehnt unter den Leuten saß. Zu dem Mann wurde gesagt: ‘Er ist der gutaussehende Mann, der dort angeleht sitzt!”   (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.63)

 

   Und dies geschah so, weil man zwischen dem Gesandten Allahs (r) und seinen Gefährten bzw. Gästen nicht unterscheiden konnte. Der Gesandte (r) war nicht jemand, der zu hochnäsig oder überheblich war, um mit den Armen, Bedürftigen und Schwachen zusammen zu sitzen, bis er ihre Angelegenheiten erledigt hatte. Anas Ibn Malik (t) sagte:

“Eine Frau aus Al-Madina kam zum Propheten (r) und sagte: “O Gesandter Allahs, ich brauche dich.” Er (r) sagte: “O Mutter von Soundso, suche dir einen der Wege den du möchtest.” Sodann ging er (r) und beschäftigte sich mit ihrer Angelegenheit, bis die Sache erledigt war.”                                                      (Sahih Muslim, Hadith Nr.2326)

29.  Barmherzigkeit und liebevolle Fürsorge: Abu Masud Al-Ansari (t) berichtete, dass ein Mann zum Propheten (r) kam und sagte:

“Ich komme nur wegen dem und dem später zum Morgengebet, weil er das Gebet zu sehr in die Länge zieht.” Nie sah ich den Propheten (r) in einer Ansprache so wütend, wie an diesem Tag. Er (r) sprach: “O ihr Menschen! Unter euch sind solche, die die anderen abschrecken. Wer von euch das Gebet leitet, soll sich kurz fassen, denn hinter ihm betet der Ältere und der Jüngere, und derjenige, der sein Geschäft zu erledigen hat.”                                                             (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.670)

   Und von Osama Ibn Zaid wird berichtet:

“Eine der Töchter des Propheten (r) schickte, als ich mit Sa’d und Ubayy bei dem Propheten war, einen Boten, der ihm sagte: “Sie (deine Tochter) nimmt an, dass ihr Kind stirbt, und du sollst zu ihr kommen.” Der Prophet (r) ließ ihr den Friedensgruß ausrichten und folgendes sagen: “Wahrlich, Allah gehört alles, was Er nimmt und was Er gibt, und alles ist bei Ihm vorbestimmt! So soll sie in Erwartung des Lohnes Allahs in Geduld ausharren.” Als sie zu ihm abermals den Boten schickte, er solle bei Allah doch kommen, stand der Prophet (r) auf und wir mit ihm (und begab sich dorthin). Dort wurde der Junge in seinen Schoß gelegt, während dieser seine letzten Atemzüge von sich gab. Da liefen die Tränen aus den Augen des Gesandten (r). Sa’d sagte zu ihm: “Was ist das, o Gesandter Allahs?” Und der Prophet sagte: “Das ist eine Barmherzigkeit, die Allah in die Herzen einiger Seiner Diener einlegt, die Er auserwählt hat. Und Allah erbarmt Sich nur derer von Seinen Dienern, die barmherzig sind.”                                                       (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.6942)

30.  Verzeihung (Vergebung) und Nachsicht: Anas Ibn Malik (t), berichtete: “Ich lief neben dem Gesandten (r), als er ein Gewand aus Nağrān trug, dessen Verzierborte ziemlich grob war. Da kam ein Wüstenaraber an ihn heran und zog ihn (r) so heftig am Gewand, dass ich das Schulterblatt des Gesandten Allahs (r) sehen konnte, welches Reibspuren der Zierborte auf Grund des heftigen Ziehens am Gewand aufwies. Der Mann sagte:

“Du, Muhammad, lass mir etwas von dem Geld Allahs geben, das sich bei dir befindet!” Der Gesandte Allahs (r) wandte sich ihm zu und lachte und ließ ihm dann eine Gabe aushändigen.”    (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2980)

 

   Und zu den Beispielen seiner Nachsichtigkeit zählt auch der Hadith von Zaid Ibn Sa’nah.  In diesem Hadith geht es um einen jüdischen Rabbiner, welcher dem Gesandten (r) ein Darlehen gegeben hatte. Der Gesandte hatte das Geld von ihm genommen, um die Bedürfnisse einiger vertrauter Menschen zu erfüllen. Zaid sagte:

“Zwei oder drei Tage vor Ablauf der Frist ging der Gesandte (r) zum Leichenbegräbnis (Ğinãza) eines Mannes von den Ansar. Bei ihm waren Abu Bakr, Umar und Uthman und einige seiner Gefährten. Nachdem der Prophet das Totengebet verrichtet hatte, setzte er (r) sich an eine Mauer. Ich packte ihn an seinem Kragen und schaute ihn mit einem unhöflichen Blick an und sagte: “O Muhammad, gibst du mir mein rechtmäßiges Eigentum nicht zurück? Denn bei Allah, ich kenne euch, o Söhne des Abdul Muttalib, nicht als Menschen, die einen hinhalten und weiß dies durch meinen Umgang mit euch!!" Er sagte weiter: “Ich schaute zu Umar Ibn Al-Chattab und sah, wie sich die Augen in seinem Gesicht wie ein runder Planet drehten. Dann richtete er seinen Blick auf mich und sagte: “O Feind Allahs, sagst du zum Gesandten Allahs (r), was ich höre und tust mit ihm, was ich sehe? Im Namen Dessen, Der ihn mit der Wahrheit sandte, wenn ich mich nicht zurückhalten würde, so hätte ich dir den Nacken mit meinem Schwert abgeschlagen.” Währenddessen schaute der Gesandte (r) in Ruhe und Gelassenheit zu Umar und sagte: “Wir benötigen dich für andere Angelegenheiten als diese, o Umar. Und zwar, dass du mich zum guten Handeln aufforderst und ihm Gehorsam befiehlst. O Umar, geh mit ihm und gib ihm sein Recht und dazu noch 20 Saa` (ein altes Hohlmaß, das etwa 3 kg beträgt), weil du ihn so grob behandelt hast.” Zaid sagte: “Umar ging mit mir und gab mir mein Recht und dazu 20 Saa` Datteln. Ich fragte ihn, was dieser Überschuss sei. Umar sagte: “Der Gesandte Allahs (r) hat mir befohlen, dir diesen Überschuss auszuhändigen, weil ich dich so grob behandelt habe.” Ich sagte: “Kennst du mich, o Umar?” Da sagte Umar: “Nein, wer bist du?” Ich sagte: “Ich bin Zaid Ibn Sa’nah.” Umar sagte: “Der Rabbiner?” Ich antwortete: “Ja, der Rabbiner.” Er fragte: “Was hat dich dazu bewegt, den Propheten auf diese Art anzusprechen und ihn so zu behandeln?” Ich sagte: “O Umar, als ich den Gesandten anschaute, erkannte ich an ihm alle Kennzeichen des Prophetentums, außer zweien, die ich nicht überprüft habe. Seine Nachsicht überbietet sein Unwissen. Und je größer sein Unwissen ist, desto stärker ist seine Nachsicht. Ich habe diese beiden Kennzeichen überprüft und nehme dich deshalb zum Zeugen, dass ich Allah als Gott, den Islam als Religion und Muhammad als Propheten akzeptiere. Und ich nehme dich als Zeugen dafür, dass die Hälfte meines Vermögens ein Almosen für die Gemeinschaft Muhammads ist.” Dann sagte Umar: “Oder für einen Teil von ihnen, denn du kannst sie nicht alle damit versorgen.” Dann sagte ich: “Oder für einen Teil von ihnen.” So kehrten Umar und Zaid zurück zum Gesandten Allahs. Und Zaid sagte: “Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allah gibt und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.” So glaubte er (r) und stimmte ihm zu. Und er war zusammen mit dem Gesandten Allahs (r) Zeuge von vielen Dingen und fiel in der Schlacht von Tabuk als Märtyrer. Möge Allah Sich Zaids erbarmen.   (Sahih Ibn Hibban, Hadith Nr.288)

 

   Und ein weiteres sehr bedeutsames Beispiel für seine (r) Verzeihung war sein Verhalten, als er Makkah befreite und die Bewohner Makkahs bei der Kaaba versammelte, die ihm so viel Unrecht angetan hatten und der Grund für seine Auswanderung gewesen waren. Er sagte:

“Was denkt ihr, was ich nun mit euch machen werde?” Sie sagten: “Gutes, edelgesinnter Bruder und Sohn eines edelgesinnten Bruders.” Er sagte: “Geht, ihr seid frei.”                                                        (Sunan Al-Baihaqii, Hadith Nr.18055)

31.  Die Geduld: Der Gesandte (r) war ein Vorbild für die Geduld. Denn schon vor seinem Aufruf war er geduldig gegenüber den Taten seines Volkes, ihrem Götzendienst usw... Und nachdem er begonnen hatte, die Menschen aufzurufen, blieb er trotz allem, was er von seinem Stamm in Makkah erlebte, standhaft und Allah ergeben. Danach verhielt er sich genauso gegenüber den Heuchlern in Al-Madinah. Und er war ein großes Beispiel für Geduld, wenn er jemanden verlor, der ihm sehr nahe stand. Seine Frau Chadīğa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen und alle seine Kinder starben zu seinen Lebzeiten, nicht aber seine Tochter Fatima und sein Onkel Al-Abbas. In all diesen Situationen blieb er geduldig und Allah ergeben. Anas Ibn Malik (t) berichtete:

“Wir traten mit dem Gesandten Allahs (r) beim Schmied Abi Saif Al-Qain ein; er war der Gatte der Pflegemutter, die Ibrahim, den Sohn des Gesandten stillte. Der Gesandte Allahs (r) nahm Ibrahim zu sich auf, küsste ihn und atmete seinen Geruch ein. Später traten wir noch mal bei ihm ein, als Ibrahim (im Sterben lag und) seine letzten Atemzüge tat. Da begannen die Tränen des Gesandten Allahs (r) zu fließen. Abdul-rahman Ibn `Auf (t) sagte dann zu ihm: “(Weinst) du auch, o Gesandter Allahs?” Der Prophet erwiderte: “O Ibn `Auf, das gehört zur Barmherzigkeit!” Bei einer weiteren Träne fuhr der Prophet fort: “Wahrlich, das Auge tränt, das Herz trauert, und wir sprechen nur Worte, die unserem Herrn (رب (Rabb) wohlgefällig sind. O Ibrahim, wir sind wahrlich bei deinem Abschied von Traurigkeit erfüllt.”   (Sahih Al-Bukhari,Hadith Nr. 1241)

 

32.  Gerechtigkeit und Billigkeit: Der Gesandte (r) war in allen seinen Lebensangelegenheiten und in der Umsetzung der Gesetzgebung Allahs gerecht. Von ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen, wird berichtet: Die Leute des Stammes Quraiš waren besorgt wegen einer Frau aus dem Stamm Maĥzum, die einen Diebstahl begangen hatte. Sie fragten:

 “Wer kann mit dem Gesandten Allahs (r) für sie sprechen?" Einige sagten: “Und wer sonst kann es wagen, an ihn heranzutreten außer Usama Ibn Zaid, dem Liebling des Gesandten Allahs (r)?" Da sprach Usama mit dem Gesandten Allahs (r), der ihm sagte: “Legst du Fürsprache ein im Hinblick auf ein Recht, das nur Allah zusteht?" Der Prophet (r) erhob sich dann und hielt eine Predigt, in der er folgendes sagte: "O ihr Menschen, wahrlich, diejenigen vor euch gingen deshalb zugrunde, weil sie, wenn einer der Vornehmen unter ihnen einen Diebstahl begangen hatte, diesen ungestraft laufen ließen, und wenn einer der Schwachen unter ihnen einen Diebstahl begangen hatte, vollzogen sie die Strafe gegen ihn. Ich schwöre bei Allah! Wenn Fatima, die Tochter Muhammads, gestohlen hätte, so würde Muhammad ihre Hand abschneiden.”   (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.3288)

Er (r) war sogar gerecht, wenn es auf seine Kosten ging. Usaid Ibn Hudair (t) sagte:

“Ein Mann von den Ansar, der für seinen Spaß bekannt war, redete mit den Menschen und brachte sie zum Lachen. Der Gesandte (r) lief an ihm vorbei und stupste ihn mit einem dünnen Zweig in die Taille. Der Mann sagte zum Propheten: “O Gesandter Allahs! Ich möchte mich rächen!“ Er (r) sagte: „Tue das!“ Der Mann sagte: „Du trägst ein Hemd, ich jedoch hatte keines an, als du mich mit dem Zweig gestochen hast!“ Sofort hob der Gesandte Allahs (r) sein Hemd hoch, damit der Mann ihn auf die gleiche Weise stechen konnte. Der Mann jedoch umarmte den Propheten sogleich, küsste die Seite seines Körpers und sagte: “Genau das hatte ich beabsichtigt, o Gesandter Allahs!”                                                                                   (Sunan Abou Dawud, Hadith Nr.5224)

33.  Furcht vor Allah (I): Denn er (r) war einer der gottesfürchtigsten und demütigsten Menschen. Abdullah Ibn Masud (t) berichtete: "Der Gesandte (r) sagte zu mir:

“Lies mir (etwas vom Qur´an) vor!” Ich sagte: “O Gesandter Allahs, soll ich dir von dem vorlesen, was dir selbst offenbart wurde?” Er sagte: “Ja!” Da las ich ihm die vierte Sura (an-Nisā – Die Frauen) vor und als ich den Vers

(Aber wie (wird es sein), wenn Wir von jeder Gemeinschaft einen Zeugen bringen und dich über diese da als Zeugen bringen?)   (Qur´an 4:41)

erreichte, sagte er (r): “Hör auf zu lesen!” Da sah ich, dass Tränen aus seinen Augen flossen.”                                                                               (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.4763)

Und von ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen, wird berichtet:

“Wenn der Gesandte (r) dunkle Wolken am Himmel sah, fing er an, hin und her zu gehen. Er verließ das Haus mit verändertem Gesichtsausdruck. Doch sobald es regnete, drückte sein Gesicht wieder Zufriedenheit aus. ’Aischa sagte dies dem Gesandten (r), worauf er antwortete: “Wie kann ich es wissen? Es kann so sein, wie manche Leute sagten:

(Als sie es als ausbreitende Wolke sahen, die auf ihre Täler zukam…)   (Qur´an 46:24)     (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr. 3034)

 

34.  Bescheidenheit und Genügsamkeit: Umar Ibn Al-Chattab (t) berichtete, wie er sich im Zimmer des Gesandten umsah und nur einen Teppich (Haseer) aus Palmfasern vorfand, auf welchem der Gesandte lag; und  alles was sich im Haus befand war eine Saa` (ein altes Hohlmaß, das etwa 3 kg beträgt) Getreide und ein an einem Pfeil hängender Wasserbehälter (aus Schafsleder); das war alles, was der Gesandte besaß, als sich die Hälfte der Arabischen Halbinsel unter seiner Herrschaft befand. Als Umar dies sah, kamen ihm die Tränen. Da fragte ihn der Gesandte Allahs (r):

“Warum weinst du Umar?” Er sagte: “Wie kann ich nicht weinen, wo doch der Kaiser und Kisra das Leben und ihre Annehmlichkeiten genießen und der Gesandte Allahs (r) nur das besitzt, was ich sehe?" Dann sagte der Gesandte (r): “O Umar bist du nicht damit zufrieden, dass dies der Anteil des Kaisers und Kisras von den Gaben des Lebens ist und wir dafür das Jenseits nur für uns allein bekommen?”  (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr. 4629)

 

 

35.  Seine Liebe zum Guten für alle Menschen, sogar für seine Feinde: Von ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen, wird berichtet:

“Ich fragte den Propheten (r): “Hast du je einen schwereren Tag erlebt, als den Tag der Schlacht von Uhud?” Er sagte: “Ich habe von deinen Leuten viel Schweres erlebt und das Schwerste geschah am Tag von Al-‘Aqabah, als ich mit meinem Anliegen an Ibn ‘Abd Yālail Ibn ‘Abd Kulāl herantrat, und er mir bei dem, was ich wollte, nicht entgegenkam. Ich ging dann ziellos fort und war sehr bekümmert. Ich kam erst dann wieder zu mir, als ich die Gegend von Qarn At-Ta‘ālib erreicht hatte. Ich hob mein Haupt und sah, dass mir eine Wolke Schatten spendete. Ich schaute auf und habe darin Gabriel erblickt. Er rief mir zu, indem er sagte: “Wahrlich, Allah hat die Worte deiner Leute gehört, die sie an dich gerichtet und mit denen sie dein Anliegen beantwortet haben. Er schickt dir nun den Engel der Berge, damit du ihm den Befehl erteilst, wie du gegen diese Leute verfahren willst.” Darauf rief der Engel der Berge mir zu, grüßte mich mit dem Friedensgruß (Salām) und sagte: “O Muhammad, befehle was du willst! Wenn du willst, lasse ich die zwei Berge über sie stürzen!” Ich (der Prophet (r)) sagte aber: “Nein! Vielmehr hoffe ich, dass Allah aus ihren Lenden solche entstehen lässt, die Allah allein dienen und Ihm nichts beigesellen.”                                                                                          (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr. 3059)

Umar Ibn Al-Chattab (t) berichtete:

“Als Abdullah Ibn Ubayy Ibn Salūl[5] starb, wurde der Gesandte Allahs (r) darum gebeten, das Totengebet für ihn zu verrichten. Als der Gesandte Allahs (r) zu diesem Zweck aufstand, sprang ich auf und sagte zu ihm: ‘O Gesandter Allahs, betest du für Ibn Ubayy, wo er doch an jenem Tage das und das sagte?’ Ich wollte ihm doch das wiederholen, was er einst sagte. Da lächelte der Gesandte Allahs (r) und sagte: “Halte dich von mir zurück, Umar!” Als ich ihm aber zu viel erzählte, sagte er (r): “Mir wurde die Wahl gelassen, und ich habe die Wahl getroffen. Und wenn ich wüsste, dass ihm verziehen würde, wenn ich die siebzigmal überschritten hätte, so würde ich es tun.” Er verrichtete dann das Totengebet für ihn und ging weg.

   Kurze Zeit darauf wurden die beiden folgenden Qur`an-Verse aus der Sura Al-Tauba offenbart:

 

(Bitte um Vergebung für sie, oder bitte nicht um Vergebung für sie; wenn du (auch) siebzigmal um Vergebung für sie bittest,)   (Qur´an 9:80)

 

(Und bete niemals über jemandem von ihnen, der gestorben ist, und stehe nicht an seinem Grab! Sie verleugnen ja Allah und Seinen Gesandten, und sie starben als Frevler.)   (Qur´an 9:84)

 

Ich war doch erstaunt über meine Dreistigkeit gegenüber dem Gesandten Allahs (r). Allah und Sein Gesandter wissen doch besser Bescheid!” (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr. 2400)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einige seiner Anstandsregeln:

 

 

§   Die Nähe zu seinen (r) Gefährten und das häufige Zusammensein mit ihnen: Beweise dafür bietet unser weit reichendes Wissen über alle Angelegenheiten seines Lebens; ob privat oder öffentlich. Denn er (r) ist das Vorbild und Beispiel, das man in allen Bereichen des Lebens nachahmen soll.

Von Jarir Ibn Abdullah: “Seit ich Muslim geworden bin, hat der Gesandte (r) mich nie von sich fern gehalten und mich nie angeschaut, ohne mir ein Lächeln zu schenken. Ich sagte: “O Gesandter Allahs (r), ich bin ein Mann, der sich nicht auf dem Rücken eines Pferdes halten kann!” Darauf schlug er mit seiner Hand gegen meine Brust und sagte: “O Allah, mein Gott, lass ihn halten und lasse ihn andere rechtführen und leite ihn recht.”                                                                                                            (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2400)

Er (r) scherzte und spaßte mit seinen Gefährten. Anas Ibn Malik (t) sagte:

“Der Gesandte Allahs (r) hatte die vorzüglichsten Charaktereigenschaften. Ich hatte einen Bruder namens Abu Umair." Anas sagte: “Er war bereits entwöhnt“, und fuhr fort: “Wenn er zum Gesandten (r) kam und ihn sah, sagte dieser: “O Abu Umair, was hat das Vögelchen (Al-Nughair) gemacht?" Er (Anas) sagte: “Er hatte damit gescherzt.“   (Sahih Muslim, Hadith Nr. 2150)

 

Und sein Spaß bezog sich nicht nur auf Worte. Er setzte seine Scherze auch in die Tat um. Anas Ibn Malik (t) sagte:

“Ein Wüstenaraber namens Zaher Ibn Harram gab dem Gesandten (r) ein Geschenk. Der Prophet (r) pflegte über ihn zu sagen: „Zaher ist unser Nomade, und wir sind die Ansässigen.“ Eines Tages sah der Gesandte (r) Zaher auf dem Markt, als er Kleider verkaufte. Er (r) ging zu ihm und umarmte ihn von hinten. Da Zaher Ibn Harram nicht wusste, wer ihn umarmte, sagte er: “Lass mich!” Er schaute sich nach hinten um und erblickte den Gesandten (r). Da drückte er seinen Körper ganz fest an den des Gesandten. Der Gesandte Allahs (r) rief: “Wer will diesen Sklaven kaufen?” Zaher Ibn Harram entgegnete daraufhin: “O Gesandter Allahs (r), ich bin der Nachfrage nicht wert.” Da sagte der Gesandte Allahs (r): “Jedoch bist du bei Allah nicht wertlos.” Oder er (r) sagte: “Du bist jedoch bei Allah viel Wert.”                                                                                               (Sahih Ibn Hibban, Hadith Nr.5790)

§   Die Beratung mit seinen Gefährten und das Fragen nach ihren Meinungen in allen Angelegenheiten, über welche es im Qur´an keine Aussagen gibt. Von Abu Huraira (t) wird berichtet:

“Ich kannte niemanden, der seine Gefährten mehr zu Rate zog, als den Gesandten Allahs (r).”                                                                                                    (Sunan Al-Tirmidhi, Hadith Nr.1714)

§   Der Krankenbesuch, ob Muslim oder Ungläubiger: Denn der Gesandte Allahs (r) besuchte regelmäßig seine Gefährten und fragte nach ihnen. Wenn er von einem von ihnen Nachricht über dessen Krankheit erhielt, beeilte er sich, zusammen mit seinen Gefährten dem Erkrankten einen Besuch abzustatten und um Genesung für ihn zu wünschen. Und seine Krankenbesuche bezogen sich nicht nur auf die Muslime, sondern auch auf Andersgläubige. Anas Ibn Malik (t) berichtete:

“Ein Junge jüdischen Glaubens war einige Zeit lang Diener des Propheten (r). Als er krank wurde, besuchte der Prophet ihn. Er setzte sich an seinen Kopf und sagte: “Werde Muslim!” Mit fragendem Blick schaute der Junge zu seinem Vater hin, und der sagte: “Gehorche Abul-Qāsim.” Und so nahm der Junge den Islam an. Als der Prophet (r) hinausging, sagte er: “Ich danke Allah, Der ihn vor dem Feuer bewahrt hat.”

                                                      (Sahih Ibn Hibban, Hadith Nr. 2960)

§   Die Dankbarkeit für die gute Tat und die Belohnung dafür; denn er (t) sagte:

“Wer auch immer (euch) um Schutz bei Allah bittet, dem gewährt Zuflucht, und wer (euch) um (Almosen) bei Allah bittet, gebt es ihm, und wer euch einlädt, dessen Einladung nehmt an, und wer euch etwas Gutes tut, den belohnt dafür. Solltet ihr keine Belohnung für ihn finden, dann betet für ihn (reichlich), bis ihr glaubt, dass ihr ihn genug belohnt habt.”       (Musnad Al-Imam Ahmad, Hadith Nr.6106)

Seine Frau ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen, sagte über ihn:

“Der Gesandte Allahs (r) nahm gewöhnlich das Geschenk an und belohnte dafür (mit Gegenschenkung).”                                                            (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2445)

§   Seine Zuneigung und Liebe für alles, was schön und gut ist. Anas Ibn Malik (t) sagte:

“Ich habe niemals Seide oder feine Tücher berührt, die weicher waren als die Hand des Gesandten (r); und niemals habe ich etwas gerochen […], das besser roch als der Geruch des Gesandten Allahs (r).”                                                                                 (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.3368) 

§   Die Zuneigung und Liebe zur Fürsprache in jedem Bereich des Guten und der guten Taten. Ibn Abbas (t) berichtete:

“Der Mann von Barīra war ein Sklave namens Muġīt. Als sähe ich ihn noch, wie er weinend hinter ihr herlief und seine Tränen über seinen Bart flossen. Der Prophet (r) sagte zu Abbas: “O Abbas, wunderst du dich nicht über die Liebe des Muġīt für Barīra und über den Hass Barīras gegen Muġīt?” Der Gesandte (r) wandte sich dann Barīra zu und sagte ihr: “Wenn du doch nur zu ihm zurückkehren würdest!” Sie sagte: “O Gesandter Allahs (r), befiehlst du es mir?” Er (r) erwiderte: “Ich will nur eine Fürbitte (für ihn) einlegen!” Sie sagte dann: “Ich habe kein Verlangen nach ihm.”                                                                                           (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr. 4979)

§   Die Hausarbeit: ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen, antwortete auf die Frage, was der Gesandte Allahs (r) zu Hause zu tun pflegte:

“Er war ein Mensch unter den Menschen, der seine Kleidung selbst flickte, seine Ziege selbst molk und sich selbst bediente.”                                (Musnad Abi Ja3la, Hadith Nr.4873)

Sein vornehmer Charakter reichte so weit, dass er sich selbst und auch andere bediente. Seine Frau ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen, wurde einmal gefragt:

“Was tat der Gesandte (r) gewöhnlich, wenn er zu Hause war?” Darauf antwortete sie: “Er war stets damit beschäftigt, den Bewohnern seines Hauses zu dienen (und zu helfen), und wenn die Zeit zum Gebet kam, ging er deswegen hinaus.”                  (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.5048)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gerechte Aussagen:

 

 

a)             Der bekannte deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe sagte: "Ich suchte in der Geschichte nach einem Menschen als Vorbild (Ideal), da fand ich den arabischen Propheten Muhammad (r)." [6]

 

b)            Professor Emeritus Keith L. Moore schrieb in seinem Buch The Developing Human: "Ich habe überhaupt keine Schwierigkeiten, die Worte des edlen Qur'ans zu akzeptieren. Denn die Beschreibung des Fötus (Babys) im edlen Qur'an kann nicht auf dem Wissen und den medizinischen Informationen des 7. Jahrhunderts basieren. Die einzige vernünftige Schlussfolgerung dafür ist, dass Muhammad (r) diese Beschreibungen von Allah (I) offenbart wurden."[7]

 

c)             Will Durant schrieb in seinem Buch Kulturgeschichte im 21. Teil: "Wenn wir die Großartigkeit beschreiben wollen und welchen Einfluss ein großartiger Mensch auf die Menschheit haben kann, dann sagen wir, dass der Gesandte des Islam einer der Größten der Großen in der Geschichte war. Denn er hat den Einfluss des Fanatismus und des Aberglaubens bändigen können. Und er baute auf dem Judentum, Christentum und den alten Religionen seines Volkes eine ganz einfache, klare und starke Religion auf, die bis zum heutigen Tag mit einer sehr gefährlichen Macht überlebt hat."[8]

 

d)            George de Toulz schrieb in seinem Buch Das Leben: "Der Zweifel über die Sendung Muhammads (r) ist zugleich der Zweifel an der Göttlichen Allmacht, welche die ganze Schöpfung umfasst."[9]

 

e)             Der Wissenschaftler Walse schrieb in seinem Buch Der Wahre Prophet: "Einer der deutlichsten Beweise für die Ehrlichkeit des Propheten Muhammad (r) ist, dass seine Familie und die ihm nächsten Menschen die ersten waren, die ihm glaubten. Denn sie wussten alles über ihn und seine Geheimnisse. Und wenn sie den geringsten Zweifel an seiner Ehrlichkeit gehabt hätten, hätten sie nicht an ihn geglaubt."[10]

 

f)              Der Orientalist Hehl schrieb in seinem Buch Die arabische Zivilisation: "Wir kennen in der Menschengeschichte keine Religion, die sich so schnell in der ganzen Welt verbreitet hat, wie der Islam. Muhammad (r) hat für dieses weltliche Dasein eine Gemeinschaft (Ummah) hervorgebracht, festigte den Gottesdienst der Diener Allahs auf der Erde und stellte eine Grundlage für soziale Gerechtigkeit und Gleichheit auf. Und er tauschte das System des blinden Gehorchens und den Stolz der Völker, die nur die Unordnung kannten, gegen Ordnung, Übereinstimmung, Gehorsam und Würde ein."[11]

 

g)             Der spanische Orientalist Juan Lec schreibt in seinem Buch Die Araber: "Niemals kann das Leben Muhammads so beschrieben werden wie Allah (I) es in folgender Aussage beschrieben hat:

(Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner gesandt.)   (Qur´an 21:107)

Muhammad war eine wahrhaftige Barmherzigkeit. Und ich spreche den Segen über ihn mit Sehnsucht."[12]

 

h)            Bernard Schauf schreibt in seinem Buch Der Islam nach hundert Jahren: "Die ganze Welt wird den Islam annehmen. Auch wenn die Welt den Islam nicht mit seinem echten klaren Namen annimmt, so wird sie ihn mit einem anderen Namen annehmen. Es wird ein Tag kommen, wo der Westen die Islamische Religion annehmen wird. Denn es sind viele Jahrhunderte vergangen, in welchen der Westen Bücher liest, die voll von Lügen über den Islam sind. Ich habe ein Buch über Muhammad (r) geschrieben, aber das Buch wurde beschlagnahmt, weil es der englischen Tradition nicht entsprach." Und er sagte auch: "Der Islam ist die Religion, in der wir alle guten Dinge der Religionen finden. Und in den anderen Religionen finden wir alle diese guten Dinge nicht."

 

Seine Ehefrauen ((Allahs Wohlgefallen auf ihnen)

 

Der Gesandte Muhammad (r) hat nach dem Tod seiner ersten Frau Chadīğa (Allahs Wohlgefallen auf ihr) elf Frauen geheiratet.  Sie alle werden als "Mütter der Gläubigen" bezeichnet. Es handelte sich bei ihnen allen um Frauen, die vor ihm schon eine Ehe eingegangen waren und auch schon älter waren, mit Ausnahme von ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), welche er als Jungfrau geheiratet hat. Sechs von diesen waren vom Stamm Quraiš, fünf von anderen arabischen Stämmen und eine Koptin, die Mutter seines Sohnes Ibrahim. Der Gesandte Allahs (r) sagte:

“Wenn ihr die Koptinnen (besitzt) heiratet, behandelt sie gut, denn es bestehen Verwandtschaftsbande mit ihnen und Verpflichtungen zu ihnen.”                                                                                              (Musnaf  Abdu Razaq, Hadith Nr.19375)

   Die Gründe für seine Heirat mit diesen Frauen waren:

1)         Religiöse Gesetze, wie seine Heirat mit Zainab Bint Gahsch (Allahs Wohlgefallen auf ihr). Denn die Araber hatten es in der Dschahiliyya (vorislamisches Heidentum) für verboten erklärt, dass ein Mann die geschiedene Frau seines adoptierten Sohnes heiratet, weil sie glaubten, dass die Frau eines Adoptivsohnes wie die Frau des leiblichen Sohnes sei.[13] Deshalb heiratete sie der Gesandte Muhammad (r), um diesem Glauben ein Ende zu bereiten. Allah (I) sagt:

(Als dann Zaid keinen Wunsch mehr an ihr hatte (die Andeutung für die Scheidung), gaben Wir sie dir zur Gattin, damit für die Gläubigen kein Grund zur Bedrängnis bestehe hinsichtlich der Gattinnen ihrer angenommenen Söhne, wenn diese keinen Wunsch mehr an ihnen haben. Und Allahs Anordnung wird (stets) ausgeführt.)   (Qur´an 33:37)

 

2)         Politische Gründe: zugunsten des Aufrufs zum Islam, um die Herzen einander zugeneigt zu machen und die Sympathie zwischen den Stämmen zu fördern. Der Gesandte Allahs (r) verschwägerte die großen Stämme von Quraiš mit den stärksten arabischen Stämmen. Und dieses Verhalten empfahl er (r) seinen Gefährten fortzuführen und umzusetzen.

“Als der Gesandte Allahs (r) Abdu-rahman Ibn `Auf zu Daumah Al-Dschandal sendete, sagte er (r) zu ihm: ´Wenn sie dir folgen, dann heirate die Tochter ihres Königs.´”                            (Al-Tabari)

Cl. Cahan[14]  sagte: "Vielleicht haben seine Lebensabschnitte in uns, nach unserem jetzigen Verständnis, teilweise eine Verwirrung entstehen lassen: die vielen Aussagen über die auf das Diesseits bezogenen Gelüste des Gesandten Allahs (r) und Bemerkungen über seine neun Gattinnen, die er nach dem Tod Chadīğas (Allahs Wohlgefallen auf ihr) geheiratet hat. Aber es ist eigentlich klar und deutlich erkennbar, dass alle diese Ehen unter einem politischen Einfluss zustande gekommen sind. Und sie dienten dazu, die Treue von vielen Adligen und verehrten Führern (für den Islam) zu gewinnen."

 

3)         Gesellschaftliche (soziale) Gründe: die Heirat  verwit-weter Frauen seiner Gefährten, welche auf dem Weg zur Verbreitung der Botschaft Allahs gestorben waren. Er heiratete sie, obwohl sie nicht jung waren, aus Barmherzigkeit, Zuneigung und als eine Ehrererbietung für sie und ihre Gatten.

 

In ihrem Buch Verteidigung des Islam, schreibt die italienische Schriftstellerin L.Veccia Vaglieri[15]: "Der Gesandte Allahs (r) hat in seinen jungen Jahren, in denen das sexuelle Verlangen am stärksten ist und er sich in der arabischen Gesellschaft befand, in welcher die Heirat als gesellschaftliche Institution nicht existierte, sondern die Mehrehe die Regel darstellte und die Scheidung keine Grenzen kannte und sehr einfach war, nur eine Frau geheiratet. Diese war Chadīğa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), die viel älter als er war, und er blieb ihr 25 Jahre lang treu. Seine zweite Heirat vollzog er erst nach Chadīğas (Allahs Wohlgefallen auf ihr) Tod, im Alter von 50 Jahren.

 

Hinter jeder seiner Eheschließungen verbarg sich entweder ein gesellschaftlicher oder politischer Grund. Muhammad (r) heiratete Frauen, die weder Jungfrauen, noch jung oder hübsch waren. War er also ein Mann der sexuellen Begierden? Er war ein Mann und kein Gott und es kann sein, dass ihn der Wunsch nach einem Sohn dazu bewegte, erneut zu heiraten; denn die Söhne, die Chadīğa (Allahs Wohlgefallen auf ihr) gebar, starben alle. Und ohne dass er viel Einkommen hatte, nahm er sich vor, die Verantwortung für eine große Familie auf sich zu nehmen. Er hat sich zur vollkommenen Gleichheit gegenüber allen seinen Frauen verpflichtet und hat nie einen Unterschied zwischen ihnen gemacht.

Er verhielt sich nach dem Beispiel der ihm vorangegangen Propheten (Friede sei mit ihnen), wie Mūsā (Moses) und andere, die auch Mehrehen geführt haben, aber dagegen haben die Menschen heutzutage keine Einwände. Ist das etwa so, weil wir kein Wissen über sein tägliches Leben haben und auf der anderen Seite über jede Einzelheit des Lebens des Propheten Muhammad (r) bescheid wissen?"

 

In seinem Buch Die Helden schrieb der bekannte englische Autor Theodor Carlyle[16] über den Propheten (r): "Muhammad (r) war kein enger Bruder der Gelüste und Triebe, auch wenn ihm das ungerechter- und feindlicherweise vorgeworfen wird."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einige überlieferte Beweise für seine Botschaft und sein Prophetentum (r)

 

-   Aus dem edlen Qur'an: Allah (I) sagt:

(Muhammad ist nicht der Vater irgendjemandes von euren Männern, sondern Allahs Gesandter und das Siegel der Propheten. Und Allah weiß über alles Bescheid.)   (Qur´an 33:40)

 

 

Und Isā (Jesus) (u) verkündete das Prophetentum von Muhammad (r) im Evangelium.  Allah (I) sagt:

(Und als Isā (Jesus), der Sohn Maryams, sagte: “O Kinder Isrā’īls (Israel), gewiss, ich bin Allahs Gesandter für euch, das bestätigend, was von der Thora vor mir (offenbart) war, und einen Gesandten verkündend, der nach mir kommen wird: sein Name ist Ahmad.” Als er nun mit klaren Beweisen zu ihnen kam, sagten sie: “Das ist deutliche Zauberei”.)                                                                       (Qur´an 61:6)

 

-   Aus der reinen Sunna des Propheten (r):

Der Gesandte (r) sagte:

 

“Mein Gleichnis mit den Propheten vor mir ist das eines Mannes, der ein Haus gut und schön gebaut und dabei eine Stelle in einer Ecke ausgelassen hatte, in der ein Ziegel fehlte. Die Leute, die um das Haus herumgingen und es zu bewundern anfingen, sagten: “Es wäre doch schöner gewesen, wenn der Stein an dieser Stelle angebracht worden wäre!" Ich bin dieser Ziegel, und ich bin der letzte (das Siegel) aller Propheten.”                                                                        (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr. 3342)

 

-   Aus den vorigen Himmlischen Büchern[17]:                              

Von Ataa Ibn Yassar wird berichtet: "Ich traf Abdullah Ibn Amr Ibn Al-Aas (das Wohlgefallen Allahs sei auf ihnen beiden) und sagte zu ihm:

“Berichte mir über die Beschreibung des Gesandten Allahs (